In diesem Augenblick sahen wir vor uns auf einer kleinen Wiese ein Kind, – es mochte sechs oder sieben Jahre zählen – das, mit einem Stock in der Hand, ein Tier verfolgte. Wir beschleunigten unsere Schritte; das Kind beachtete uns nicht. Als wir an es herantraten, hatte es eben seine Beute erreicht – diese schien eine Art großer Frosch zu sein. Das Kind schlug heftig auf die Pfote des Tieres los. Dann schleppte sich das Tier mit gebrochener Pfote langsam über den Rasen.

„Weshalb tatest du dies, Aldo?“ fragte Nella in aller Ruhe.

„Ich konnte es nicht fangen, es lief immer fort“, erklärte der Knabe.

„Weißt du auch, was du tatest? Du hast dem Frosch weh getan und ihm die Pfote gebrochen. Gib den Stock her, ich werde es dir erklären.“

Das Kind gab Nella den Stock, und diese schlug ihm mit rascher Bewegung kräftig auf die Hand. Der Knabe schrie auf.

„Tut es weh, Aldo?“, fragte die Erzieherin gelassen.

„Sehr weh; böse Nella!“, entgegnete das Kind.

„Ich verletzte dir nur leicht die Hand, du aber hast den Frosch noch viel stärker geschlagen. Hast ihm die Pfote gebrochen. Er hat nicht nur viel größere Schmerzen, als du, sondern kann auch nicht mehr laufen und springen, kann sich nicht mehr seine Nahrung suchen, wird vor Hunger sterben, oder von einem bösen Tier, dem er jetzt nicht entfliehen kann, verschlungen werden. Was denkst du darüber, Aldo?“

Das Kind schwieg; in seinen Augen standen Tränen des Schmerzes, es hielt die verletzte Hand mit der anderen fest. Dann sagte es: „Man muß ihm die Pfote flicken.“

„Das ist richtig“, erwiderte Netti. „Komm, ich werde dir zeigen, wie man es macht.“