Ich verbeugte mich schweigend, und er fuhr fort:

„Ihre Arbeit enthält eine für mich besonders interessante Bemerkung. Sie gelangen dort zu der Annahme, daß die elektrische Theorie der Materie zur unvermeidlichen Voraussetzung eine Schwerkraft hat, die sich aus der elektrischen Kraft, sowohl als Anziehungskraft wie auch als Abstoßungskraft ergibt, was zu einer neuen Auffassung der elektrischen Schwerkraft unter einer andern Formel führen muß. Das heißt: wir erhalten dadurch eine Art der Materie, welche die Erde abstößt anstatt sie anzuziehen, und das gleiche gilt auch für die Sonne und die anderen uns bekannten Körper. Sie bringen als Vergleich die diamagnetische Abstoßungskraft der Körper und die Abstoßung der Parallelströme. All dies ist bei Ihnen nur angedeutet, doch glaube ich trotzdem, daß Sie diesen Voraussetzungen größere Bedeutung beimessen, als Sie in Ihrer Arbeit zugeben wollten.“

„Sie haben recht“, erwiderte ich. „Ich glaube, dies ist der einzige Weg, auf dem die Menschheit das Problem der freien Bewegung in der Luft, sowie jenes der Verbindung zwischen den Planeten zu lösen vermag. Aber mag nun diese Idee in sich richtig sein oder nicht, jedenfalls ist sie bis zum heutigen Tage fruchtlos geblieben, weil uns die richtige Theorie der Materie und der Schwerkraft fehlt. Gibt es noch eine andere Art der Materie, so ist es scheinbar unmöglich, diese zu entdecken: die Anziehungskraft besteht für das ganze Sonnensystem, aber ebenso wahr ist, daß sie bei dessen Entstehung, als sich dieses aus der Nebulosität herausbildete, noch nicht bestand. Dies bedeutet, daß wir diese Art der Materie noch theoretisch bilden und erst dann praktisch schaffen müssen. Heute fehlen uns hierzu noch Mittel und Wege, wir ahnen bloß die Aufgabe, die wir zu lösen haben.“

„Trotzdem ist das Problem bereits gelöst“, erklärte Menni.

Ich blickte ihn verblüfft an. Sein Gesicht war, wie immer, völlig unbewegt, aber im Ton seiner Stimme lag etwas, das mich hinderte, ihn für einen Charlatan zu halten.

„Vielleicht ist er geisteskrank“, fuhr es mir durch den Kopf.

„Ich habe keineswegs den Wunsch, Sie zu täuschen, weiß genau, was ich sage“, mit diesen Worten antwortete er auf meine Gedanken. „Hören Sie mich geduldig an, später, wenn es nötig ist, werde ich Ihnen die Beweise erbringen.“ Und nun berichtete er folgendes:

„Die gewaltige Entdeckung, von der hier die Rede ist, war nicht die Leistung einzelner Personen. Sie gehört einer ganzen wissenschaftlichen Gesellschaft an, die seit recht geraumer Zeit besteht und schon lange an diesem Problem arbeitete. Diese war bis heute eine Geheimgesellschaft, und ich bin nicht bevollmächtigt, Ihnen Näheres über deren Ursprung und Geschichte mitzuteilen, solange ich nicht mit dem Oberhaupt zusammengekommen bin.

Unsere Gesellschaft hat in vielen wichtigen Dingen die akademische Welt weit überholt. Die Radium-Elemente und deren Zersetzung waren uns lange vor Curie und Ramsey bekannt, und unseren Genossen gelang eine weit tiefgehendere Analyse der Materie. Auf diesem Weg ahnten wir die Möglichkeit des Bestehens von Elementen, die die Erdkörper abstoßen und vervollkommneten die Synthese dieser Minus-Materie, wie wir sie abgekürzt nennen.

Nun fiel uns die technische Ausarbeitung und Anwendung dieser Entdeckung nicht mehr schwer, – vor allem, einen Flugapparat zu bauen, der sich in der Atmosphäre unserer Erde zu bewegen vermag, dann einen Apparat, der imstande ist, die Verbindung mit den übrigen Planeten herzustellen.“