Mennis gelassener, überzeugter Ton vermochte nicht zu verhindern, daß mir seine Erzählung äußerst seltsam und unwahrscheinlich erschien.
„Und es gelang Ihnen tatsächlich, all dies zu leisten und dabei das Geheimnis zu wahren“, unterbrach ich seine Rede.
„Ja, denn dies erschien uns von ungeheuerer Wichtigkeit. Wir fanden, daß es äußerst gefährlich wäre, unsere wissenschaftliche Entdeckung bekannt zu geben, solange der größte Teil der Länder eine reaktionäre Regierung besitzt. Und Ihr russischen Revolutionäre müßt, mehr als alle anderen, mit dieser unserer Ansicht übereinstimmen. Betrachtet doch, wozu Eure asiatische Regierung die europäischen Verbindungs- und Vernichtungsmittel benützt: sie wendet sie an, um hier alles Lebendige, Fortschrittliche zu erdrosseln und samt der Wurzel auszureißen. Was ist an diesem halb feudalen, halb konstitutionellen Reich Gutes, auf dessen Thron ein kriegslustiger, schwatzhafter Dummkopf sitzt, der sich von allbekannten Gaunern lenken läßt? Wozu bestehen in Europa bereits zwei kleinbürgerliche Republiken? Es ist klar, daß, wenn unsere Flugmaschinen bekannt würden, die Regierung sich ihrer bemächtigen, sie zu einem Monopol umwandeln würde, um sie zur Machtstärkung der herrschenden Klassen auszubeuten und anzuwenden. Dies wollen wir auf keinen Fall gestatten, deshalb soll auch in der Erwartung günstigerer Bedingungen das Monopol in unseren Händen bleiben.“
„Ist es Ihnen tatsächlich gelungen, einen anderen Planeten zu erreichen?“ erkundigte ich mich.
„Ja, wir erreichten die zwei nächsten tellurischen Planeten, Venus und Mars; den toten Mond rechne ich selbstverständlich nicht mit. Wir sind nun damit beschäftigt, die Einzelheiten genauer kennen zu lernen. Wir besitzen alle nötigen Mittel; was uns fehlt, sind starke, hoffnungsvolle Menschen. Bevollmächtigt von meinen Genossen, fordere ich Sie auf, sich uns anzuschließen. Selbstverständlich würden Sie dadurch alle unsere Pflichten auf sich nehmen und alle unsere Rechte genießen.“
Er verstummte, wartete auf eine Antwort.
„Die Beweise“, sagte ich. „Sie versprachen mir Beweise zu geben.“
Menni zog aus der Tasche eine Glasflasche, gefüllt mit einer metallischen Flüssigkeit, die ich für Quecksilber hielt. Seltsamerweise jedoch füllte diese Flüssigkeit bloß den dritten Teil der Flasche, und zwar befand sie sich nicht auf dem Grund, sondern im oberen Teil, in der Nähe des Flaschenhalses, ja sie reichte sogar bis an den Pfropfen. Menni drehte die Flasche um, und nun sank die Flüssigkeit auf den Grund, das heißt, sie strebte abermals in die Höhe. Menni ließ das Fläschchen los, und es schwebte in der Luft. Dies war unglaublich, aber dennoch sah ich es genau, konnte nicht daran zweifeln.
„Die Flasche besteht aus gewöhnlichem Glas“, erklärte Menni. „Sie ist mit einer Flüssigkeit angefüllt, die die Körper des Sonnensystems abstößt. Die Flüssigkeit verfolgt nur den Zweck, der Flasche Gleichgewicht zu verleihen; hat sonst keinerlei Bedeutung. Nach dieser Methode verfertigten wir die Flugapparate. Sie bestehen aus gewöhnlichem Material, enthalten aber ein Reservoir, das mit der nötigen Menge der Materie der negativen Art gefüllt ist. Dann galt es noch, diesem Apparat die gebührende Bewegungsschnelligkeit zu verleihen. Für die irdischen Flugmaschinen genügt ein elektrischer Motor mit Luftschrauben, für die interplanetare Bewegung freilich genügen diese Mittel nicht. Dort verwenden wir eine völlig andere Methode, mit der ich Sie später bekannt machen werde.“
Es war unmöglich, noch weitere Zweifel zu hegen.