Eines Morgens erwachend, sah ich Netti wie gewöhnlich in meiner Nähe; vor seinem Lehnstuhl aber stand mein alter Revolutionskamerad, der lebhafte, boshaft spöttische Agitator Ibrahim. Er schien etwas zu erwarten. Als sich Netti ins anstoßende Zimmer begab, um das Bad vorzubereiten, sprach Ibrahim grob und entschlossen zu mir:

„Du Dummkopf! Was hältst du Maulaffen feil? Siehst du denn etwa nicht, wer dein Arzt ist?“

Ich wunderte mich weder über die in seinen Worten enthaltene Andeutung, noch über den zynischen Ton, ich kannte ja seine Art. Doch entsann ich mich des eisernen Griffs, mit dem Nettis kleine Hände zupackten und glaubte Ibrahim nicht.

„Umso ärger für dich!“ meinte er mit verächtlichem Lachen und verschwand.

Netti betrat das Zimmer. Bei seinem Anblick empfand ich ein seltsames Unbehagen. Er schaute mich scharf an.

„Nun“, sprach er, „Ihre Genesung macht rasche Fortschritte.“

Den ganzen Tag über war Netti schweigsam und versonnen. Am folgenden Tag, überzeugt davon, daß ich mich wohl fühle und die Halluzinationen sich nicht wiederholen würden, ging er seiner Arbeit nach und kehrte erst gegen Abend heim, ließ sich durch einen anderen Arzt vertreten. Etliche Tage kam er nur des Abends zu mir, um mich einzuschläfern. Erst nun wurde es mir klar, wie wichtig und angenehm mir seine Anwesenheit sei. Zusammen mit der Erregung der Genesung, die irgendwie aus der ganzen Natur in meinen Organismus einzudringen schien, verfolgte mich immer häufiger Ibrahims Andeutung. Ich schwankte, versicherte mir selbst, das ganze sei Unsinn, der Gedanke entspringe meiner Krankheit; weshalb hätten Netti und die übrigen Freunde mich in dieser Beziehung irreführen sollen? Nichtsdestoweniger blieb ein unklarer Zweifel zurück, der etwas Angenehmes besaß.

Einmal fragte ich Netti, mit was für einer Arbeit er eben beschäftigt sei. Er erwiderte, es gebe jetzt viele Beratungen, auf denen über eine neue Expedition nach den anderen Planeten verhandelt werde, er sei als Experte zugezogen. Menni leite die Beratungen, doch dächte weder er noch Netti daran, die Expedition in nächster Zeit zu unternehmen, was mich mit großer Freude erfüllte.

„Aber Sie selbst, beabsichtigten Sie nicht heimzukehren?“ fragte Netti, und aus seinem Ton klang leise Unruhe.

„Es gelang mir doch noch nicht, irgendetwas zu tun“, entgegnete ich. Nettis Gesicht strahlte.