Ich überlegte. Ob sich der eine oder andere Arbeiter aus der breiten Masse ausschaltete, hatte für die Sache und das Ziel nicht die geringste Bedeutung. Auch vermöchte ich, nach dieser vorübergehenden Unterbrechung der Arbeit, unserer revolutionären Bewegung vermittels der neuen Verbindungen, Kenntnisse und Mittel weit nützlicher zu sein. Ich entschloß mich.
„Wann muß ich zur Stelle sein?“
„Sofort, Sie kommen gleich mit mir.“
„Können Sie mir noch zwei Stunden geben, damit ich die Genossen verständige? Sie müssen mich morgen im Bezirk vertreten.“
„Dies ist schon fast getan. Heute kam Andrej, der aus dem Süden geflohen ist. Ich teilte ihm mit, Sie würden vielleicht verreisen, und er ist bereit, Ihre Stelle einzunehmen. Während ich Sie hier erwartete, schrieb ich auf gut Glück an ihn und erteilte ihm die nötigen Anweisungen. Wir können unterwegs den Brief für ihn abgeben.“
Ich vermochte nicht länger zu schwanken. Rasch vernichtete ich einige persönliche Schriften, schrieb an meine Wirtin und kleidete mich an. Menni war schon bereit.
„So, gehen wir. Von diesem Augenblick an bin ich Ihr Gefangener.“
„Sie sind mein – Genosse“, entgegnete Menni.
Die Nacht
Mennis Wohnung nahm das ganze fünfte Stockwerk eines großen Gebäudes ein, das an dem einen Ende der Stadt vereinsamt zwischen niederen Häuschen aufragte. Wir begegneten niemandem. Die Zimmer, die ich mit Menni durchschritt, waren leer; im grellen Licht der elektrischen Lampen mutete diese Leere besonders trübselig und unnatürlich an. Im dritten Zimmer blieb Menni stehen.