Endlich, endlich erhellt das Gemach der reifere Morgen! Endlich erwacht Sebald und forscht mit scheuen Blicken in dem stillen Zimmer.

Jilla saß auf einer Ottomanne, die Natur hatte ihre Rechte nicht vergeben — die müde Wärterinn war eingeschlummert, den Kopf auf die schöne Hand gelehnt. Sebald erblickte sie — aber er erkannte sie nicht wegen des bedeckten Gesichtes. Er fühlte sich gestärkt — dankbar fleht er zum Himmel für seine Rettung, und seine Seele ward gerührt über den Anblick der müden Schläferinn.

Er dachte an gestern, soviel und deutlich als ein Kranker in dieser Lage denken kann. Wo wird Salassin seyn? dachte er, das Traumbild des gestrigen Tages im Lager flirrte lieblich in seinen Träumereien. Ach! nun seh ich gewiß keins sobald wieder! —! —!

Eben trat der edle besorgte Pfarrer herein, und freute sich herzlich, den Patienten mit offnen Augen und besser zu finden.

Wie steht es mein Lieber? — sprach er mit leiser Stimme — Mir ist wohl! — antwortete Sebald.

Sprich nicht zu laut — Lieber! es könnte dir schaden — deine Brust hat stark gelitten! — Du hast doch etwas milde geschlafen; und fühlst dich gestärkt?

Sebald nickte freundlich.

Deine Schmerzen werden bald geschwunden seyn. Den gebrochnen Fuß hab ich gestern schon in Faschen gelegt — du wirst bald wieder gehen — die Brust soll auch nicht viel gelitten haben — das bedacht ich schon. Hier bring ich dir wieder ein Stärkungsmittel unsers Jahrhunderts — du wirst genesen, daß du nie von dem Unfall einige Spuren fühlen sollst. Ich habe das Remedium heute Nacht elaborirt.

Sebald nahm ein. Der Arzt gewahrte Jilla. Sieh doch welche treffliche Wärterinn du hast? Nun wirst du schon gar nolens volens genesen müssen!

Wer ist das edle Mädchen!