Wellmine wars, mit zerrauftem Haare, ein weißflornes Kleid mit schwarzen Krepinen beblümt. Der Mond erhellte das mit sich selber ringende Mädchen, und Salassin erschrak über das Gespenst. Blaß und eingeschrumpft die sonst blühenden Wangen — hager und matt von Westhauch umzuwehn. Die Feueraugen erloschen, hohl und tief eingesunken — ihre Kniee schlotterten — sie sank ohnmächtig zu Salassins Füssen.
Salassin bebte und hob sie auf.
Wellmine wachte wieder auf, mit gräßlichen Zuckungen — sie stönte — der Thränenquell des Auges war versiegt— ihre heischre Stimme kaum vernehmlich — ein tief aus der tobenden Brust gestossener Seufzer — sie konnte lange nicht sprechen. Salassin bebte, und blickte mit einer heißen Thräne des Mitleids auf die Dulderinn.
Endlich stammelte sie mit der Anstrengung ihrer letzten Summe Kraft: Jüngling vergieb — ich büsse schwer! Vergieb mir niedrigen Kreatur.
Salassin ward erschüttert — die Zunge tödtete seine Sprache.
Well. Vergieß mein Vergehen! Vertilge jedes Gedächtniß an mich! Vergieß was du gehört und — gesehen hast, Fluche mir — ich verdien es —
Sie stürzte leblos nieder — Salassin stand ohne Fassung. Gott des Sternenhimmels, wie gräßlich rächt sich das verlezte Gefühl der Scham! — rief er mit einem grossen Blick auf die Ohnmächtige — drückte sie vergebens in seine Arme — ihr qualvolles Leben zurückzupressen. Sie schlug die matten Augen auf!
Wellmine — ich vergesse — ich verzeihe — ich
Sal. Beim Himmel! nicht! So tief sankst du nicht — Lebe, lebe — ich will dich schätzen — achten —