Felsthal — rief Salassin, und erinnerte sich der Erzählung aus des Dorfbewohners Munde nach dem Nachtlager in dem Walde. Die Urnen des schaurigen Gartens standen vor ihm — er dachte an Felsthal den Sohn, der dem Vater gleich im Schlachtgewühl Tod und Ruhe für sein Herz fand, und durch Salassin fuhr wie ein Blitz durch den Sturm der Gedanke: „Fort! Fort! in den Krieg — dort harrt auch meiner Ruhe.
Sechszehntes Kapitel.
Der neue Krieger.
Germaniens Feinde drangen mit Allgewalt in die nördlichen Provinzen, und des deutschen Kaisers Heere rückten bereits entgegen. Morgen mit der aufsteigenden Sonne sollte auch das Heer des Lagers bei jener Stadt aufbrechen, wo Sebald und Salassin unlängst waren, und die Erscheinungen der Mädchen hatten.
Der Kaiser hatte vom Feste zurück in die Residenz sich begeben, Salassin, flog in den Audienzsaal wo er bald vorgelassen ward.
Der Kaiser kam ihm freundlich entgegen, und grüßte den verstört sich verbeugenden Jüngling.
Vergönne mir Vater des Landes — begann Salassin etwas verwirrt, weil er sich nicht einmal auf das vorbereitet hatte, was er sprechen wollte — des Monarchen milder Anblick machte ihn, der ihn oft sah und wohl kannte, etwas gefaßter —
Sal. Vergönne dem Jüngling, dem deutsches Blut in den Adern glüht, der für sein Vaterland zu leben und sterben gelobte — vergönn ihm eine Bitte erhabener Kaiser!
Der Kaiser. Rede!
Sal. Die Normänner wie ich vernommen, verwüsten den obern Theil deines Reichs — laß o laß, mich unter deinen Kriegern gegen die Feinde ziehen, ich brenne vor Eifer dem Vaterland zu dienen.
Der Kaiser. Jüngling, ist deine Bitte kalter Ueberlegung Frucht, oder der flüchtige Wunsch einer ehrgeizigen Seele?