Bengl. Was heißt das? Erkläre — du bringst Nachrichten ohne Zweifel, die mir nicht angenehm —
Seb. Ich kann mich nicht einmal fassen, wenn ich an Salassin denke! Er ist fort — keine Seele weiß wohin?
Bengl. (erschrocken) Wann? Gestern versprach er uns heute zu besuchen —
Seb. Er muß gestern Abends noch sich verloren haben. Als ich gegen Mitternacht nach Hause kam, lag dieser Brief auf seinem Schreibpult — ich sah mit Schaudern und Beben, daß er fort sey.
Bengler erbrach den Brief an ihn, den ihm Sebald überreichte, und las befremdet:
Lollys Vater!
„Ich liebte deine Tochter — ich liebe sie noch. Aber ich kenne die Pflicht des Freundes, und weiß mich aufzuopfern, mit Freuden aufzuopfern. Sebald mein Bruder hängt mit voller Liebe an ihr — er wäre verlohren, blieb ich da —“
Ein unseliger Irrthum! — unterbrach Sebald den Leser — Ein unglücklicher Mißverstand! Ich will dir die Sache erzählen.
Bengler las mit Erstaunen weiter:
„Auch Lolly liebt ihn, ich bin überzeugt —“