Der Kaiser zog heute in den Krieg?

Seb. Ja!

Bengler. Wenn Salassin im Heere wäre?

Seb. Ich zweifle — zwar Muth, Entschlossenheit fehlt ihm nicht —

Bengler. Es mag angehen! Wir bereden Alle — der Kaiser habe ihn an seine Seite verlangt, und Salassin folgen müssen.

Seb. Tröstet das Lolly? Die Vorstellung der Gefahr — des Todes —

Bengler. Hältst du meine Tochter für so unedel, daß sie der Ehre, dem Wohle des Vaterlandes ihre eigne Zufriedenheit nicht opferte? Das geht! Sie ist ein deutsches Mädchen — sie wird stolz auf den Geliebten seyn! Salassins Eltern — auch diese werden dennoch ruhiger die Schreckenspost hören, als wenn sie nicht einmal müßten wohin Salassin gekommen sey.

Seb. Aber es ist ein Brief an sie da!

Bengler. Das übrige will ich vermitteln. Den behalt mir vor, bis die Zeit uns mehr von ihm aufhellt! — Richtig! — So mags wohl noch am besten gehen! — Hätt ich doch — fuhr Bengler etwas heitrer fort — Hätt ich doch nie gesagt, daß ich das erstemal itzt in meinem Leben, und ziemlich spät eine leidentliche Lüge erfinden könnte. Nun trösten wir vor allem Lolly, die gewiß nimmer schon weiß, was sie vor Liebesangst und Erwartung thun soll. Lolly! — rief Bengler mit lauter Stimme, indem er an ihre Zimmerthüre trat.

Lolly trocknete eilig das nasse Gesicht, und flog auf den Vater zu. Was willst du, mein Vater!