Ist Sebald noch nicht zurückgekommen? sprach mit schwacher Stimme der Kranke.
Ja, Vater! Er ist schon da! Wir merkten, daß du schlummertest, und wollten dich nicht wecken von deiner bedürftigen Ruhe. Entgegnete Jilla.
Gutes Mädchen! — Ich — werde bald — o vielleicht sehr bald — fester — schlafen; als — daß mich Menschen würden wecken können! — Führe Sebalden her! — Stammelte mit einigen Lächeln der Vater, wand seine geringe Summe von Kraft an, erhob sich vom Ruhelager, und drückte mit mattem Drucke dem hereintretenden Sebald die Hand: Willkommen, Lieber! — Setze dich mit Jilla nah zu mir — daß ihr mich vernehmt — was ich noch werde sprechen können.
Sebald und Jilla rückten an das Ruhlager, und horchten mit Aufmerksamkeit.
Der Greis schöpfte Athem, und streifte mit der Hand das kreidenweiße Haar in Ordnung. Er nahm Sebalden bei der Hand, und blickte mit wehmüthig frohem Blick auf ihn.
Sebald! du liebst Jilla?
Einzig und immer — entgegnete dieser feierlich, und sein etwas ungestümmer Händedruck hätte fast den guten Alten zum lauten Schrey bewegt.
Jilla — du liebst Sebalden!!
Mein Vater — stammelte das Mädchen überrascht, und schmiegte sich traulich an ihn.
Der Vater. Ihr werdet ein glücklich Menschenpaar! Bleibt unbefangen und gut, wie ich euch Beide kenne. Handelt edel, seyd thätig, lebet rechtschaffen! — Frieden und Eintracht umknüpfe euch immer eng und fest — bleibt tugendhaft und edel —, dann segnet euch der Verklärte jener bessern Welt, der hier Jillas Vaterstelle vertrat.