Wie ist das möglich gewesen? — erholte sich endlich die Mutter Jadilla, und hieng noch in Jillas Armen, Sebald erklärte das, so viel er von dem sterbenden Wolling vernommen, vermuthet und errathen hatte, und was unsre Leser bereits aus dem Kapitel des ersten und dem Kapitel des dritten Abschnittes wissen. So zielten dahin meine süssen Ahndungen, dies unwillkührliche Wohlgefallen, diese entlockte Zuneigung das unverwendbare Aug, als ich dich unbekanntes Mädchen zum erstenmal sah? — sprach die Gräfin, und seit fünfzehn Jahren röthete zum erstenmal wieder ihre Wange vom Hochroth der längstentbehrten Wonne. So hab ich doch nicht meine leise Hoffnung umsonst genährt — o meine Jilla — meine Tochter! — fuhr sie fort, und ergab sich dem lautesten Ausbruch der Freude.

Inzwischen war Lolly zur Gesellschaft gesprungen, und sprach schäckernd zu Welly dem Grafen, als sie ihn auf die Seite gewinkt hatte: Wie lohnst du mich Welly, wenn ich dir eine recht fröhliche Nachricht gebe?

Kann Lolly so eigennützig seyn? entgegnete Welly lächelnd.

Lolly. Ja — ohne Botenlohn thu ichs einmal nicht, und denke nur — denke — du wirst vor Freude nicht wissen was du beginnen sollst!

Welly. Das muß ja gar eine erschrecklich fröhliche Nachricht seyn!

Lolly. Je nu — scherze nicht! scherze nicht! Wer weiß ob du vor Freude nicht zitterst, daß dir der Weinbecher aus der Hand fällt! Denke nur — denke!

Welly. Ey, so sprich doch, Schäckerinn! Spanne meine Neugierde nicht länger —

Lolly. Erst der Lohn — der Lohn —

Welly. Nun so fodre! Mein Bestes, mein allerliebstes Gut —

Lolly. Auf dein Ehrenwort?