Sobald Salassin — mit seinem Lorberkranz zurückkommt, feiern wir ein doppelt Hochzeitsfest — rief Welly und Bengler.

Ein Dreifaches! — setzte Jehnsen hinzu, und nahm seine Marlon bei der Hand! Uns hat ebenfalls noch des Priesters Band nicht umschlungen! — Man fragte um Jehnsens Geschichte, die er erzählte.

Wahrhaftig, sprach Bengler — als man mit den Erzählungen allenthalben fertig war — Wahrhaftig das sind der Freuden gar zu viele! Fast wünscht ich einmal wieder etwas bitteres zu geniessen. Das immerwährende Süsse wird beinahe unschmackhaft.

Kaum hatte dies Bengler ausgeredet, als des Dorfes Pfarrer unter die Gesellschaft trat, und nach einigen Grüssen sich zu Welly wandte.

Mein Graf! Eben sind zwei verwundete Krieger in unser Dorf gebracht worden. Sie empfingen die Wunden in jener Schlacht, die dein Sohn für das Vaterland erkämpfte. Ich fragte sie nach Salassin, und der Lage in der itzt unser Kriegsheer stehe. Sie antworteten, es sey Friede mit dem Feinde, die Armeen wären schon im Heimzuge, in 8 Tagen würde das Friedensfest gefeiert werden.

Und was sagten sie von Salassin? — versetzte Graf Welly hastig, Lolly horchte bei dem lieben Namen hoch auf, die Hälfte der Gäste schlossen einen Kreis um den ehrwürdigen Priester, der fortfuhr:

Sehr viel Rühmliches, aber auch eine Nachricht, die — du gefaßt ertragen must. Salassin, sagten sie, ist von dem Heere abgegangen. Niemand wisse wohin?

Ha! — unterbrach Bengler die Erzählung. Wird uns doch einmal wieder eine bittre Speise aufgetischt? Das Konfekt wird dann um so besserer behagen!

Das ist nur gar zu bitter! — meinte Lolly.

Muß man denn aber, wenn das Süsse zu häufig da ist, von allen so viel geniessen, daß man hernach den Geschmack daran verliert? — dachte Sebald.