Der Greis fuhr in seiner Erzählung fort:
Daß den Tag darauf, als sie fortgeschifft wurden, im ganzen Lager es verbreitet gewesen wäre, der tapfere Salassin sey in ein fremdes Land gereiset. In acht Tagen, wie gesagt, ist das Friedensfest, der Kaiser kömmt in 10 Tagen in die Residenz an.
Die von so vielen Freuden gespannten Sehnen der Anwesenden erschlaften ziemlich durch diese Neuigkeit.
So soll ich Salassin wieder sobald nicht sehen? — meinte Lolly, und schlich auf die Seite.
Trübt er sich denn immer selbst seine Lebensquelle? — dachte Welly.
Ist er von seinem Wahn denn noch nicht geheilt? — sprach Sebald für sich.
Nun wird unser Vermählungsfest ziemlich noch fern seyn! — flüsterte Jilla zu Sebalden.
Ach das ist verzeihlich! Er weiß ja von der Sache mit dir lieber Sebald, noch nichts tröstliches. Rief halb laut Bengler zu diesem. Seyd gutes Muths er ist ja darum noch nicht aus der Welt! Wir bändigen Wildfang gewiß! — sprach er laut zu dem verstummt um ihn stehenden Zirkel, ergriff den Festpokal und rief: Es lebe der wackere Salassin!
Er lebe! er lebe! — erklangs sogleich in dem Saale, und der Eindruck des Unangenehmen ward schwächer, durch Benglers vergnügenbewirkendes Beispiel. Bald ward wieder die halbentflohene Heiterkeit an jedem Gesichte, die unangenehme Nachricht endlich fast vergessen, und man erzählte sich wie vorher.
Zum Friedensfeste fahren wir in die Residenzstadt! fieng Bengler an, als der Kranz fröhlicher Menschen sich späterhin trennte.