So sangen die Helden in den wiederhallenden Klang der Kriegsmusiken, und das Volk stimmte mit ein.

Der Kaiser mit den vornehmern Führern voran, das Heer nach über den großen Platz zur Residenz des Monarchen, an den sich die lärmende Menschenmenge unaufhörlich mit dem lauten Ruf ihres Jubels drängte.

Schon zog der letzte Trupp in schöner Ordnung bei dem Fürstenpallaste Tellmanns vorüber, und noch hatten die Freunde Salassins vergebens ihre Blicke in die Glieder des Heeres gelenkt. Salassin schloß mit einem zweiten Theil der vornehmern Offiziers den ganzen Zug.

Alle wähnten nun sicher und gewiß: Salassin ist doch fort! Der Kaiser ritt voran, und wenn Salassin das Heer nicht verlassen hätte, warum wäre er denn nicht an der Seite der Majestät, als ein so berühmter Held? — So glaubten die Guten und zogen traurig die Blicke zurück, als sie im Gefolg des Monarchen den Ersehnten nicht gesehen hatten.

Nun spähen wir schon vergebens! — rief Jadilla an Wellys Seite, und drehte sich vom Fenster.

So hat ihn doch sein Sturm in die Fremde verschlagen! — sprach Bengler!

Ach! — Wenn er mich so liebte wie ich ihn — er wäre gewiß da! — seufzte Lolly traurig, und sah noch ganz allein auf den Zug hinab.

Aber welch ein süsser Schrecken übergoß plötzlich ihre blassen Wangen mit Morgenröthe, als der letzte Trupp näher rückte, und Salassin in der Mitte der Offiziers auf einem stolzwiehernden Fuchse ritt! Ihr lautes Freudengeschrey: Salassin! Salassin! riß schnell alle wieder zum Fenster, und die Freunde erblickten ihn endlich. Er saß sinnig in sich gekehrt auf dem Pferde, und schien des Volkes Geschrey nicht zu hören, nicht zu sehn das Gedränge um ihn, und das Winken der Freunde, der Eltern, und Geliebten.

Ach! — sein kämpfendes Herz befürchtete nur zu sehr, wie wehe es ihm werde, blickte er auf den tellmannischen Pallast, und sähe Lolly mit Sebalden da!

Dem Himmel sey Dank! Da ist er doch! — riefen die Versammelten und schwammen in Entzücken.