Wie traurig er auf dem Pferde sitzt! Er sieht nicht einmal her auf uns. Er hört unsre Grüsse nicht! Sprachen sie wechselweise, und Lolly lief von einem Fenster zum andern.
Endlich stand der Zug grade vor Tellmanns Fenstern. Salassin war in der regesten Bewegung. Er warf einen flüchtigen Blick auf den Pallast, und — wäre beinahe vom Gaule gesunken; denn Jilla lag neben Sebald im Fenster, er hatte diese sogleich erblickt, und die ungemeine Aehnlichkeit mit Lolly machte, daß er nun für ganz gewiß ihn mit Lolly glücklich und eins hielt.
Wie von Donner gerüttelt ermannte er sich, spornte das Roß, und gallopirte aus der Reihe heraus der kaiserlichen Residenz zu, mit dem festen Willen, sogleich die Stadt und das Land zu verlassen.
Noch war der Monarch mit dem herum sich drückenden Volke beschäftigt, das ihn Salassins Worte gar nicht einmal hören ließ, als Salassin Pflicht vergessend fortrannte, um durch das erste beste Thor in das Freye zu kommen.
Seine hitzige Eile machte alles aufmerksam — Ein grosser Theil sah ihm nach, der größere drängte sich an ihn, hielt ihm des Pferdes Zaum und er mußte halten. Zwar that dies das Volk blos aus leidenschaftlicher Begeistrung, das den Retter des Vaterlandes vergötterte, und Salassin hatte Mühe das nächste Stadtthor zu erreichen.
Wohin? — fragte der Thorsteher, und hielt den Zügel des Pferdes mit Mühe.
Salassin spornte den Renner, und wollte gewaltsam durchdringen. Jener winkte und die Thore schlossen sich.
„Nicht weiter! Wir dürfen heute Niemanden herauslassen.“
„Ich bin Salassin.
„Schon gut! So muß ich meinem Befehle gehorchen, und dich in dieses Gebäude da führen.“ Er zeigte auf ein nahes Haus.