Die Beiden fuhren dahin, das Zimmer ward ihnen gezeigt, sie traten hinein als Salassin eben in einer schwermüthigen Stellung Lollys Bildniß, das er damals mit forttrug, als er in den Krieg zog, in seinen Händen hielt. Eine Thräne stand dem Helden im Auge, und er drückte das Bildniß an seinen Mund.

Er erschrak bei dem Anblick der beiden Grazien so sehr, daß er das Bild aus den Händen fallen ließ.

Leb ich in einer Feenwelt? stotterte er vor sich hin, unentschlossen ob er ihnen entgegen kommen sollte oder nicht.

Wie nach einem Traumbild, das seine ganze Seele mit magischen Zauber verwirrte, streckte er unwillkührlich seine Arme aus; aber zog sie eben so schnell zurück, denn hier waren zwei Mädchen und eine nur konnte Lolly seyn, wenn es ja nicht etwa gar Geister sind.

Die Mädchen kicherten halb laut auf einander, als sie Salassin in seiner Verlegenheit sahen. Er starrte sie an, wie ein Träumer, der sein Traumbild plötzlich, wenn er erwacht, in Wirklichkeit sieht.

Kommt ihr aus den Gefilden der Feenwelt, Mädchen! — fieng er endlich lächelnd an, als er sich von seinem Erstaunen erholt hatte: Die Mädchen blieben stumm. Nehmt mich auf in eure seeligen Fluren! Wer seyd ihr? Schwebt ihr hernieder aus Griechenlands Götterthum, oder aus Geßners Hirtenwelt? Führt mich, führt mich dahin woher ihr kommt! Wer seyd ihr?

Jilla wies schalkhaft auf Lolly, und diese auf jene, als wollten sie sagen, ich bin sie, und sie ist ich.

Redet, redet — fantasirte Salassin trunken vom Zauberwein der schönen Empfindung fort — Redet — wo bin ich? Oder könnt ihr nicht sprechen?

Lolly hatte das Bildniß, so Salassin aus der Hand fallen ließ, aufgehoben, zeigte es Jillan und warf einen Blick auf den wirren Salassin, als wollte sie fragen, wer das sey?

Das bist du — antwortete Salassin, indem er auf Jilla zeigte, welche das Köpfchen schüttelte, und auf Lolly wies.