O so mußt du es seyn! — wandt er sich nach Lolly, die lächelnd nickte. Mit herzlichem Ungestümm wollte sie Salassin umarmen, aber sie sträubte sich mit erborgten Unwillen von ihm, und zog den Verhaftsbefehl aus dem Busen.

Salassins Augen verschlangen das Papier, das er kaum durchlesen betäubt fallen ließ.

Ich als ein Flüchtling gegen des Monarchen Gebot in die Jammerburg? Beim Himmel, fast glaub ich, mein Verstand ist dahin! O bringt mich, bringt mich nur immerhin in dies Gefängniß — wenn ihr mir zur Seite bleibt, dann bin ich der seligste der beneidenswertheste Wahnsinnige.

Die Beiden lächelten und verbanden ihm die Augen, führten ihn in den Wagen, und rollten fort in den tellmannischen Pallast, wo alle mit unbeschreiblicher Spannung harrten.

Endlich kamen die Mädchen mit dem Flüchtling zurück, die Thüre öffnete sich, und sie führten den Augenverbundenen Salassin auf den Gesellschaftssaal, wo Welly und Jadilla, Bengler, Jehnsen und Marlon mäuschenstill saßen, und trotz der stürmenden Wonne, die ihnen im Innern arbeitete, kaum freien Athem schöpften, um Salassin nicht zu verrathen, daß er unter mehrern Menschen sich befände.

Als er in der Mitte des Saals stand, erhob sich Bengler, und sprach mit verstellter Stimme:

Junger Mann, diese Wohnung sey dein künftiger Aufenthalt! Du handeltest wider das Gebot deines erhabenen Monarchen, man hat Beweise von deiner Narrheit — hier wirst du dein Leben verbringen.

Ich bins zufrieden — antwortete Salassin mit etwas ernsthafter Stimme — Nehmt mit nur die Binde ab, damit ich doch meine Wohnung sehen kann.

Beng. Gleich! Deine Freiheit hast du gesezmäßig verloren — du wirst zwar alle Bequemlichkeiten des Lebens hier finden, aber aus diesem Gefängnisse kömmst du nie heraus. Des Monarchen Großmuth giebt dir überdies eine von den beiden stummen Führerinnen zur Pflegerinn, damit du bei ihrem Anblicke für das gestraft werdest, was du gegen Lolly deine ehmalige Geliebte verbrachst.

Sal. Das ist eine grausame Großmuth!