So mein Salassin! Und dann komm als unsre einzige Lebensfreude in die Arme deiner beglückter Eltern!

Der Regen hatte nachgelassen. Die Wolken waren zertheilt, und des Himmels freundliches Blau lachte durch die zerstreuten Wolken. Die Sonne glänzte lieblicher auf die erfrischten Gefilde.

O Vater! — fieng schnell Salassin an, indem er auf die Strasse sah — Dort gehet ein paar Menschen. Sieh! ein junger Mann mit einer kränklichen Frau. Wie ihre dürftigen Kleider vom Regen triefen. Der junge Mann trug sie auf dem Rücken, führte sie bald, bald nahm er sie wieder auf sich —. Die sind gewiß sehr müd und matt. Nehmen wir sie doch in unsern Wagen. Ich setze mich zu Thomas auf den Bock.

„Brav, mein Sohn! — Thomas!“

Herr!

„Jage die Pferde, und wenn du dies Paar Leute eingehohlt hast, halte!“

Gut, Herr!

In wenigen Augenblicken stand der Wagen, Salassin sprang heraus, und führte die matte kranke Frau auf seinen Sitz, ohne viel Worte zu wechseln. Ihr Führer dankte mit herzlicher Freude, und wollte zu Fusse fort.

„Nur auch herein! — sprach Salassin!“

O guter Mann! ich bin ja noch jung, und rüstig, wenn nur meine liebe Mutter — Nein, mein Sebald — sagte die Mutter halb erschöpft. — Herr nimm ihn statt meiner in den Wagen, wenn du so gut seyn willst. Er hatt mich schon einige Stunden weit auf dem Rücken getragen — er kann seine Füsse kaum mehr heben.