Doch nicht etwa im Barometer deiner Seele auch auf den Regenpunkt gerükt?
„Der Einfluß —“
Des Regenwetters, war ja nie auf dich so groß, daß du trübe geworden wärest. Hattest du nicht immer sonst deine Freude daran, wenn die blitzenden Tropfen flimmernd vom Himmel rieselten? und das staubichte Baumlaub abwischten, die Luft heitrer und angenehmer zu athmen war? Salassin?
„Mein Vater —“
Mein Sohn! Du hast nicht Ursache deinem Vater und deinem Freunde diese Bewegung, die in dir vorgeht, so sorgsam zu verbergen. Lolly —
Salassin schlug die Augen nieder, und hörte bei diesem werthen Namen aufmerksam zu.
„Lolly ist ein edles liebenswürdiges Mädchen, deine keimende Liebe, die ein nicht blinder Vater sehr leicht bemerken muß, tadl’ ich nicht.
„Liebe? mein Vater!“ sagte Salassin und drückte sich mit inniger Rührung an des Vaters Brust.
Ich glaub es dir gerne, daß du deinem Empfindungsgemische den Namen nicht zu geben weist. Deine Unerfahrenheit — aber Salassin! Laß diesen Trieb in deinem Innern noch nicht zu stark sprossen, daß er deinen andern Seelenkräfte nicht zu sehr verdränge, deine Lebens und Geisteskräfte nicht erschlaffe! Werd ein edler Mann! Sammle dir Verdienste, und ich will die Stunde zu meinen seligsten zählen, in der Lolly dir als Gattin zugeführt wird.
Der düstre Salassin ward mächtig getröstet, und erheitert. „Ja mein Vater! — rief er — edel und rechtschaffen will ich immer in deine Fußstapfen treten, deine väterliche Liebe sey mir ein Leitstern, der mich nie im Labyrinthe der Laster vom graden Weg der Tugend irren lassen wird!“