Und doch dringst du so auf die Abreise?

„Mein Wille muß des Vaters Wille seyn.“

Aber du kömmst doch bald wieder?

„Land und Meer!“ — sprach Salassin, und verbarg die schnellaufsteigende Gesichtsröthe mit dem Schnupftuch. Eine kleine Pause, worinn sich die Beiden wechselseitig anblickten, und die Augen sprechen ließen, was wir freilich nicht verstehen, da wirs nicht hören — zulezt ein unwillkührlicher Händedruck — endlich ein feuriger Abschiedskuß, und Leb wohl! Lolly! — Leb wohl! Salassin — Das war das Finale ihres Duetto.

Die Pferde wieherten im Hofe, und wühlten mit den Hufen im Boden, da traten alle vor das Schloß, man schied unter gewöhnlichen Abschiedsumarmungen, und die beiden Wellyngauer rollten in der Kutsche unterm Zuwinken der Zurückgebliebenen die Strasse weiter.

Salassin! Daß du ja bald wieder Euphon in Walbach schlägst! — rief Lolly ihm zu, als er in die Kutsche stieg. Er nikte stumm die Antwort, und das weiche Mädchen, suchte auf der Erde, als hätte sie etwas verloren, inzwischen, verbarg sie so nur ein kleines Thränchen, das ihr wider Willen entquoll. Jaja! Komm nur bald wieder zur Rosenfischerei! scherzte ein anderes Mädchen.

Neuntes Kapitel.
Die müden Wanderer.

Warum bist du so traurig? — fragte Vater Welly, nachdem sie Walbach weit im Rücken gelassen hatten. Du warst doch gestern heiterer auf der Reise!

„Ich dachte — was wohl die Mutter machen würde?“ Welly lächelte über die unvermuthete Wendung, und sah ihn mit einem forschendem Blicke an. Darum sprichst du heute kein Wörtchen? Sitzest da ohne Geist und Seele, wie ein mechanisch sich bewegender Fleischklumpen? Gukst immer zurück, woher wir kommen? Seufzest wohl auch gar, wenn du glaubst, ich bemerk es nicht.

„Mir ist — vom Fahren bange geworden, und das Wetter, so da plötzlich den schönsten Tag, in den trübsten verwandelt hat, ist —“