Armer Salassin! Was hat Wellmine heute mit dir vor? Was wird dir noch geschehen?

O wehe, da wirket der Geist des Trunkes schon. Unvorsichtiger, wehe dir — es ist um dich geschehen!

Salassin ward ungemein munter — so witzig — so zum Scherzen und Schäckern, zum Tändeln und Tanzen aufgelegt, als ihn noch niemand im Leben gesehen. Tausend artige Gallantrien sagt er den Mädchen und Frauen, die den Jüngling bewunderten und liebten.

Mit allen trank er Brüderschaft — sein Herz floß über seine Lippen — kurz Salassin der lustige, galante, schöne Jüngling zog diesmal aller Aufmerksamkeit ungetheilt auf sich.

Sebald merkt es dann bald, was ihn begeistere, und beschwor ihn bei Zeiten sich des fernen Trunkes zu hüten, weil der überall geschätzte, leicht der überall belachte hätte werden können.

Salassin folgte zwar lange dem Rathe des Freundes, als aber der letzte der Reigen getanzt wurde, konnte Salassin dem Durste nicht länger widerstehen, und trank ein Gläschen um das andere leer.

Zum Glück war es spät nach Mitternacht, und das Ende des Balls da. Salassin mächtig vom Weine betäubt irrte fort nach Hause zu.

Ja nun war die Wirthschaft sauber. Das Gebäude lag in einer ihm etwas unbekannten Gegend der ungeheuern Stadt, die blos an Pallästen 4000 und an gewöhnlichen Bürgerhäusern wohl der 20000 zählte. Wohin nun?

Allein war er fort, klug genug um keinem andern seine Lage zu verrathen.

Vor dem Hause stand ein Wagen, man zog Salassin hinein, er ohne vielen Bedenken fuhr fort. Er stieg vor einem Pallaste ab — das ist meine Wohnung meint er, und stieg die Treppe hinauf.