An den Theaterzetteln stand sogar: Dem neuen Künstler Sebald Kaiserbild zu Ehren.
Nach dem Schauspiele gieng es zum Ball, im Pallaste des Präsidenten des Musäums, und Sebald als der Held des Balles, der Gesellschaft, des Tages, begann den ersten Reigen.
Fürst Tellmann selbst vergaß sein Alter und tanzte wie ein Jüngling. Alle Mädchen drängten um sich Sebald, aber Sebald — nun? er ist doch etwa nicht traurig? unzufrieden?
Je nun — ganz zufrieden ist er — aber doch auch nicht! Sein Gesicht ist der lachende Blüthenmond — aber sein Herz? — ein öder Wintertag. Warum? Ist ihm das alles zur Last? Gewiß ersah er das nicht — was sein Herzchen ersehnt? Getroffen, mein Leser! getroffen.
Mit forschendem Blicke durchirrt er die Reihen der Mädchen — das schöne jammernde Mädchen war aber nicht darunter. Doch ließ er sich das von keinem abmerken, höchstens daß sein trauter Salassin etwas geahndet hätte; aber der war zu sehr mit der Gesellschaft und dem Tanze beschäftigt.
Siebentes Kapitel.
Das Abentheuer.
Da schäckert eben ein Kranz muthwilliger Mädchen mit dem Helden des Tages und seinem Freunde.
Ist Wellmine nicht darunter? Nein! Sie plaudert an der Seite mit dem Kellner. Ihr Plänchen ist geschmiedet, und dazu braucht sie den Kellner, die Mundschenker und einige Diener, denen sie Goldberge verheißet für eine kleine Gefälligkeit.
Den besten stärksten Wein — so spricht sie zu diesem — schenkt dem Einen ein, der dort mit dem Ballhelden immer so vertraulich umgeht. Recht häufig und recht stark! Hört! vergeßt nicht! Er ist ein außerordentlich lustiger Mensch, wenn er ein klein Räuschchen im Kopfe hat. So stirbt er vor Leid!
Da wollen wir schon helfen, sagten die Diener, es soll der Himmel und die Erde mit ihm tanzen!