Oefters ach! zerreißt sie nur der Tod

Blumenkränze gleichen ihren Freuden

Die ein Westhauch zu entblättern droht.

Sie sang so rührend und klagend — die Beiden lauschten und — fühlten — fühlten diese süsse Wehmuth, diese verlangende Sehnsucht — und eine Thräne glänzte in ihrem Auge: Die Seele schien in jenen Lichtgefilden zu schweben. — Die Dame stüzte den Kopf auf die Hand, und trocknete einige Thränen: stand auf und erschrak über den Anblick der Fremden, die sich voll Rührung ihr näherten.

Vergieb, daß wir dich gestört haben. Bange Dulderinn, wir sind Verirrte, und wissen die Strasse nicht zu finden die nach der Stadt führt.

Fremdlinge seyd mir Einsamen willkommen — sagte die Dame — Es ist spät Abends und vor 4 Stunden trefft ihr aus dem Walde nicht auf die Strasse. Wenn es euch gefällig ist — das Nachtlager hier zu halten — in einem Zimmerchen findet ihr Ruhe —

Die Dame verschwand in ein Nebenstübchen, und ein alter Wann wies ihnen das Zimmerchen.

Wie haben unsre Pferde vor der Mauer an einen Baum gezäumt. Könnten sie nicht bequemer hier im Garten irgendwo stehen?

Der Alte nickte; Gleich!

Die Beiden giengen mit ihm, und führten die Rosse durch ein Thor, das er ihnen zeigte: sie banden sie bei dem Hause an eine hohe dickstämmige Buche an, der Alte brachte Gras und Wasser, und den Fremden blieb nichts übrig als nach einem kleinen Mahle von Obstfrüchten sich müde in das einsame Zimmerchen zur Ruhe zu legen.