Ganz anders wieder ist die Darstellung der Zuckerdrogen. Hier werden die zuckerhaltigen Pflanzenteile zerquetscht, zermahlen ([Fig. 144]) oder zerschnitten, dann entweder durch Auswaschen oder Diffusion ihres Zuckers beraubt und die Zuckerlösung eingedampft (Zuckerrohr, Zuckerrübe, Zuckerhirse), oder der Blütenstand bez. der obere Teil des Stammes vor dem Austreiben ab- bez. angeschnitten und der austretende Zuckersaft eingeengt (Zuckerpalme — Arenzucker), oder endlich die Stämme im Frühjahr angebohrt und der ausfließende Saft eingedampft (Zuckerahorn — Ahornzucker). Von Ahornzucker werden noch jetzt jährlich 5000 t in Nordamerika erzeugt, meist aus dem Steinahorn (rock maple), im Westen auch aus dem Weichahorn (swamp maple).
Fig. 149.
Verwundungsarten behufs Gewinnung der pflanzlichen Sekrete.
Bei 1 Benzoë, 2 Tolubalsam, 3 Perubalsam, 4 Lärchenterpentin, 5 a und b amerikan. Terpentin, 6 französischer Terpentin, 7 Mayrs verbessertes Harzgewinnungsverfahren, 8 Dammar, 9 Gummigutt, 10 Manna, 11 japan. Lack, 12–15 Kautschuk. (Details in Tschirch, Harze und Harzbehälter. 2. Aufl. 1906.)
[Tschirch gez.]
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Tafel XIV
Amerikanisches Harzungsverfahren.
Wald von Pinus palustris in Nord-Carolina (Nordamerika), der Harzung unterworfen, die Stämme mit Lachen und Box versehen.
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Tafel XV