Französisches Harzungsverfahren.
Seestrandfichten im Depart. des Landes «en gemmage à vie». Der «pot» ist an der «carre» befestigt.
[Oesterle phot.]


GRÖSSERES BILD

Etwas ganz Besonderes ist das Brühen einiger Drogen. Dasselbe wird vornehmlich bei unterirdischen Reservebehältern angewendet, z. B. beim Salep, dem grauen Ingwer, dem ostasiatischen Ginseng, einigen indischen Aconitknollen und des Curcuma, und verfolgt den Zweck, die Organe abzutöten und am nachträglichen Austreiben zu verhindern. Denn da in den Knollen und fleischigen Rhizomen reichlich Reservematerial und genügend Wasser vorhanden ist, so werden sie, wenn die Knospen intakt sind, leicht wieder austreiben, jedenfalls durch einfaches Trocknen an der Luft nicht gänzlich abgetötet. Bei einigen Drogen wird der gleiche Effekt durch Erhitzen über freiem Feuer erzielt. Bei diesen Drogen ist natürlich die Stärke entweder ganz (Salep) oder teilweise (Jalape) verkleistert. Bei der Jalape wird das Gleiche erzielt durch Trocknen der mit Einschnitten versehenen Knollen über einem Feuer. Auch Sarsaparille wird manchmal am Feuer getrocknet, da das feuchte Klima in Mittelamerika dies verlangt. Bei der Scilla, die zudem sehr schwer trocknet, wird dagegen das Ziel dadurch erreicht, daß man die weichen Zwiebelschalen vor dem Trocknen in Streifen schneidet. Übrigens ist Halbieren oder Vierteln (Alant) oder in Scheiben schneiden (Colombo, Bryonia) auch sonst bei dickeren Drogen gebräuchlich, um ein schnelleres Trocknen zu erzielen — aber nicht immer zulässig (Kalmus, Filix). Nur bei den chinesisch-japanischen Gallen hat das hier gelegentlich geübte Brühen den Zweck, die die Galle erzeugenden Tiere (Aphiden) abzutöten.

Fig. 150.
Verfahren, die Einschnitte für die Mannagewinnung in Sizilien zu machen.
[Benedicenti phot.]

Bisweilen hat aber das Eintauchen in heißes Wasser oder das Erhitzen über dem Feuer wohl auch einen anderen Zweck. So handelt es sich meines Erachtens beim Eintauchen der Vanille in heißes Wasser und beim Erhitzen der frisch gepflückten Blätter bei der Bereitung des grünen Tees um Abtötung eines Fermentes.

Einer leichten Röstung über heißer Asche wird der Safran ([Fig. 145]) unterworfen.

In einigen Gegenden (Sierra de Santa Marta) röstet man auch die Cocablätter leicht, und auch der Mate wird leicht geröstet, richtiger über dem Feuer getrocknet.

Die Röstung der Yerba Mate erfolgt an den Röstplätzen (Fogão) in der Weise, daß die vom Baume gelösten Zweige zunächst zum Welken (und Abtöten eines Fermentes?) durch ein nicht rauchendes Feuer gezogen («Sapecaje», Sapecar, [Fig. 146]), dann in einem speziellen Ofen (Barbacuá) 18–36 Stunden weiter erhitzt — neues Verfahren — oder in Bündel geschnürt in einem Schuppen (Carijo) auf einem Gerüst (Girao) über mäßigem Feuer getrocknet ([Taf. XIII]) werden. Dann läßt man sie «schwitzen» (fermentieren?). Schließlich werden die auf glatter, mit einem Tuche belegter Tenne ausgebreiteten Zweige durch Schlagen mit hölzernen Stäben oder Säbeln (Espada) grob gepulvert oder in Mühlen gemahlen ([Fig. 206]). Die nicht durch die Sapecar-Prozedur vorbehandelten Blätter werden beim Dörren schwarz.