Fig. 175.
Baumölgewinnung im XVI. Jahrh.
Nach einem Kupferstich — gez. von J. Stradanus, gestoch. von Ph. Galle um 1570 — der sich im germanischen Museum in Nürnberg befindet.
[Aus Peters, pharm. Vorzeit.]
Fig. 176.
Pressen des Citronensaftes. Das von der Schale getrennte Fruchtfleisch wird ausgepreßt und der Preßsaft später auf Calciumcitrat verarbeitet.
[Prof. Benedicenti in Messina phot.]
Fig. 177.
Schneiden und Trocknen der Gambierwürfel in einer Gambierfaktorei in Singapore.
[Ridley phot.]
Fig. 178.
Aloëgewinnung am Kap.
Der Arbeiter schneidet mit einem gekrümmten Messer die Blätter von Aloe ferox ab.
Fig. 179.
Aloëgewinnung am Kap.
Die aus den abgeschnittenen Blättern von Aloe ferox gebildete Mulde.
Sehr eigenartig sind die Methoden der Gewinnung der ätherischen Öle ausgebildet worden. Die alte Methode der Destillation mit Wasserdampf ([Fig. 159] bis [164]), deren bis ins Unendliche modifizierte Apparatur wir schon bei BRUNSCHWIJK bewundern (vgl. auch [Fig. 9]) und die jedem alten chemischen Laboratorium einen so eigenen malerischen Reiz verleiht, ist zwar auch heute noch die wichtigste Darstellungsmethode geblieben (vgl. das Kap. [Pharmakochemie]), wie außerordentlich aber die Apparate vervollkommnet wurden, zeigt ein Blick in die Destillierräume einer modernen Fabrik ätherischer Öle. Daneben sind jedoch für die Öle, die die doch ziemlich rohe Methode der Dampfdestillation nicht vertragen, die ja nur Öle mit kräftiger Konstitution aushalten und die uns so gut wie niemals das Öl in der Form liefert, wie es in der Pflanze vorhanden ist, andere Methoden eingeführt worden: die in Grasse geübte Enfleurage ([Fig. 169]), bei der Fette in der Kälte das ätherische Öl aufnehmen und der procédé pneumatique, bei dem die Blüten nur ihren Duft an kaltes Fett abgeben. Die ältesten wohlriechenden Öle waren (wohl warm bereitete) Auszüge von Pflanzen mittelst fetten Ölen. Das Verfahren wird noch jetzt geübt und «Macération» genannt ([Fig. 170]). Das Anstechen der Früchte mit der Ecuelle à piquer ([Fig. 172]) oder das Andrücken der Fruchtschalen an einen Schwamm (Spugna, Scorzetta-Prozeß, [Fig. 165] u. [166]), wie es in Italien bei einigen Aurantieenfrüchten geübt wird oder die höchst eigenartige, wenn auch primitive Macchina ([Fig. 167] u. [168]), mit der das Bergamottöl kalt herausgequetscht wird, sind solche sich der Eigenart gewisser Öle anpassende Methoden.