Fig. 187.
Aus Nelken geformtes Kästchen aus Amboina.
[Tschirch phot.]
Fig. 188.
Aus Nelken geformtes Schiff von Amboina.
[Tschirch phot.]
Ein Auskochen findet auch bei der Perubalsam- und Styrax-Darstellung statt. Hier werden nach erfolgter Verwundung des Baumes und Bildung von Balsam im Neuholz aus der Wundnähe stammende Holz- und Rindenteile abgeschabt und dann mit Wasser ausgekocht. Bei der Perubalsamgewinnung werden auch die aufgelegten Lappen dieser Prozedur unterworfen. Nach dem Auskochen wird dann abgepreßt ([Fig. 182]).
Ein natürliches Bleichen am Licht findet bei der Macis, die frisch karminrot, am Licht getrocknet rötlichgelb, und beim Carrageen, das frisch kirschrot, gebleicht gelblich ist, statt.
Das Bleichen des Carrageen an der Sonne erfolgt erst, nachdem man den größten Teil des roten Farbstoffes durch Einlegen und Rollen der Algen in mit Süßwasser gefüllten Fässern entfernt hat.
Um die Ingwerrhizome der geschälten Sorten schön weiß zu erhalten, werden die gewaschenen und vorsichtig geschälten Rhizome eine Nacht in Wasser liegen gelassen, dem man oft noch Kalkmilch, Zitronensäure oder Essig zusetzt.
Künstliches Bleichen durch chemische Hilfsmittel gilt bei Drogen als unzulässig. So dürfen z. B. Ingwer, Cardamomen und Carrageen nicht mit Chlor oder schwefliger Säure gebleicht werden. Nur Sonnenbleiche ist zulässig. Auch das Bestreuen oder Bestreichen geschälter weißer Drogen mit Kreide oder Gips, das hie und da bei Iris und Ingwer beobachtet wurde, ist unzulässig.
Das Kalken der Muskatnüsse dagegen ist durchaus zulässig. Es hat nicht den Zweck, die Keimkraft zu vernichten, die bei den Samen, besonders den geschälten, rasch erlischt, sondern dient als wirksamer Schutz gegen Insektenfraß, wie besonders auf diesen Punkt gerichtete Versuche, die ich vor einigen Jahren angestellt habe, bewiesen haben.
Die Gewinnung der Gespinstfasern gehört schon in das Gebiet der technischen Rohstoffe. Sie beruht, soweit es sich um Bastfasern handelt, auf der möglichst vollständigen Isolierung derselben und Beseitigung der begleitenden Gewebe, bisweilen (Lein) unter Zuhilfenahme eines eigenartigen «Fermentierungsprozesses» (Flachsröste), der wohl darauf beruht, daß durch den Einfluß von Bakterien die Interzellularsubstanz pektinisiert und dadurch die Zellen leichter isoliert werden.