Die Entfernung der Samen aus der Baumwolle (das Egrainieren) bedarf besonderer Vorrichtungen.

Bisweilen werden die erzielten Drogenprodukte noch geformt. Aus dem Kautschuk und der Guarana-Pasta formte man ehedem alle möglichen Figuren ([Fig. 183][185]), jetzt werden aus ersterem meist nur Kuchen, aus letzterem, ebenso wie aus dem erweichten Drachenblut Stengel gebildet. Das indische Opium wird, wie schon oben beschrieben, entweder zu großen Kugeln (balls [Fig. 128]) oder zu rechteckigen Stücken ([Fig. 132]) geformt. Der Gambierwürfel wurde schon oben gedacht ([S. 135]). Aus Nelken werden in Amboina die zierlichsten und kunstvollsten Gebilde hergestellt: Büchsen, Teller, Kassetten, Schiffe ([Fig. 186] bis [188]). Doch ist dies eigentlich mehr eine Kuriosität und Spielerei.

Auch die früher vielfach übliche kunstvolle Verschlingung von Wurzeln ist nur noch bei der Angelica «in Zöpfen» in Gebrauch geblieben und von den zahlreichen eigenartigen Packungsarten der Sarsaparille sind fast nur noch die «Puppen» der Honduras jetzt im Handel.

Auch von den vielen oft kunstvollen Gefäßen, in denen früher besonders weiche Drogen in den Handel gebracht wurden, haben sich nur wenige erhalten: die kleinen Kalebassen des Tolubalsams (jetzt selten) und einer Curareart, die grossen der Curaçao-Aloë, die Töpfe des Tubocurare und die Bamburöhren des Röhrencurare, die wir aber eigentlich schon zu den Packungen (s. [Pharmakodiakosmie]) rechnen müssen.

Fig. 189.
Die Bereitung des Palmweins am Kongo. Der Kuli rechts ist im Begriff, den Schnitt am Gipfel zu machen.
[R. Visser phot.]

Eine ganz besondere und eigenartige Gruppe bilden Indigo und Lackmus, die als solche in den Stammpflanzen nicht vorhanden sind, sondern erst bei einem eigenartigen Behandlungsprozesse aus den in den Pflanzen enthaltenen Chromogenen entstehen. (Vgl. das Kapitel Pharmakochemie.)

Ein Nachfärben (mit Berlinerblau oder Indigo, dem Gips oder Talkum zugesetzt wurde) findet bisweilen beim grünen Tee statt.

Fig. 190.
Indianer bei der Pulquebereitung. Aufsaugen des angesammelten Saftes mittelst Hebers.
[Aus Preuß, Zentral- und Südamerika.]