Der Weg, den die Droge vom Orte ihrer Gewinnung bis zu dem Orte des Verbrauches, d. h. der Apotheke zurückzulegen hat, ist ein weiter. Sie geht oft durch viele Hände. Allerdings wird die Drogenversorgung Europas jetzt sehr durch die außerordentlich verbesserten, vereinfachten und verbilligten Verkehrsverhältnisse erleichtert. Hat die Droge erst den Ausfuhrhafen erreicht, so ist das Schlimmste überstanden. Am schwierigsten gestaltet sich der Überlandtransport zu den Ausfuhrhäfen oder zu einer Wasserstraße. Hier ist, wo Lasttiere nicht oder nicht in ausreichender Weise zur Verfügung stehen, der Transport durch Träger ([Fig. 210]) das einzige Mittel. Auf diese Weise werden die Produkte des Innern Afrikas transportiert — oft auf dem Kopfe der Träger oder Trägerinnen ([Fig. 209]). Sind Kamele oder Pferde zur Hand, so werden diese bepackt ([Fig. 211][213]). In Zentralasien dient das Schaf, in Peru das Lama als Packtier. Da und dort tritt auch der Ochsenkarren in Aktion ([Fig. 214] u. [215] u. [Taf. XVIII]), oder Kuliwagen von Negern gezogen ([Fig. 216]). Immer strebt man darnach, auf möglichst kurzem Wege zu einer Wasserstraße zu gelangen. Denn der Flußtransport, der auf sehr verschieden gebauten Booten erfolgt ([Fig. 217][223], [Taf. XIX] u. [XX]), ist gefahrloser als der über Land, und da alle Flüsse zum Meere, also zu den Häfen hin strömen, schneller. Früher brachten die Eingeborenen ihre Produkte in die Hafenplätze. Jetzt sind die Abnehmer immer tiefer ins Land gedrungen, den Produzenten also entgegen gereist. Schon um möglichst aus erster Hand kaufen zu können, werden die Niederlassungen der Handelshäuser immer weiter die Flüsse hinauf geschoben und rücken die Faktoreien immer tiefer ins Land hinein. Aber trotzdem ist es nicht immer, ja nicht einmal häufig möglich, die Produkte aus erster Hand zu kaufen. Schon hier schieben sich Zwischenhändler ein. In Afrika sind es Araber und Syrier, in Südasien Chinesen, die die Rolle übernehmen. Überall hört man die gleiche Klage, daß der Zwischenhändler ein unvermeidliches Übel geworden ist.

Tafel XXI

Die Eisenbahnlinie, welche Colombo mit Kandy im Hochland von Ceylon verbindet, am Kadduganawapaß. Die Bahn wurde s. Z. hauptsächlich für die Kaffee-, Tee- und China-Distrikte gebaut.


GRÖSSERES BILD

Tafel XXII

Die Bucht von Aden.
Aden hat den größten Hafen der Welt. In ihm haben alle Flotten der Erde Platz.
[Tschirch phot.]


GRÖSSERES BILD

Tafel XXIII