Fig. 242.
Schiffe im Suez-Kanal an einer Ausweichstelle (gare).
[Tschirch phot.]
Fig. 243.
Chemisches Laboratorium zur Untersuchung der Chinarinde auf der Regierungs-Chinaplantage in Tjinjiroean (Java).
[Aus Verslag der Gouvernements Kina-Onderneming Java.]
Fig. 244.
Teataster bei der Arbeit auf der Tee-Estate Tjikadjang auf Java. Im Hintergrunde Karbaukarren, die die Kisten zur Station bringen, vorn welkende Teeblätter auf Bambu-Tampirs.
[Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]
Den Charakter von Stapelplätzen tragen auch die großen Binnenmärkte, wie Nischni-Nowgorod ([Fig. 228]).
Daß Drogen nur an bestimmten Orten gehandelt oder gestapelt werden durften, finden wir im Mittelalter vielfach. Für den Färberwaid waren z. B. im XIII. und XIV. Jahrh. ganz bestimmte «Waidstapelplätze» vorgeschrieben (Görlitz, Schweidnitz).
Die meisten Niederlassungen von Handelshäusern befinden sich aber natürlich in den Hafenplätzen. Hierhin haben die europäischen Drogenimporteure ihre Hauptposten vorgeschoben. Aber trotzdem die Häfen im Produktionslande liegen und man also glauben sollte, daß es hier möglich sein sollte, aus erster Hand zu kaufen, wimmelt es auch hier von Agenten. In Singapore z. B. sind die dortigen europäischen Häuser ganz in den Händen der reichen chinesischen Zwischenhändler und nur von ihnen können sie ihre Ware erhalten.
Nur eine beschränkte Zahl von Häfen verkehrt direkt mit Europa und Nordamerika, den Hauptabnehmern für Drogen. Die kleinen Hafenplätze senden ihre Produkte nach den großen Handelszentren, die von den großen Handelsdampferlinien angelaufen werden. So sammelt sich wie in einem großen Becken die ganze Produktion der nordostafrikanischen Küste und die Arabiens in Aden, in dessen gewaltigem Hafen ([Taf. XXII]) die Flotten der ganzen Welt Platz hätten; so strömen von allen Inseln des malaiischen Archipels die Produkte nach Singapore ([Taf. XXIII]), auf dessen großer, aber offener Reede man jetzt, wo der Hafen Batavias (Tjandjokpriok) immer mehr versandet, hunderte kleiner Schiffe findet, beladen mit Reis, Pfeffer, Muskatnüssen, Nelken, Guttapercha, Dammar und Catechu, die ehedem nach Batavia gingen, das jetzt hauptsächlich nur Hafen für die javanischen Produkte (China, Tee, Kaffee) geblieben ist; so sammelt Bombay ([Fig. 230]) die Erzeugnisse Arabiens und Persiens und zahllose Barken bringen auf langer Küstenfahrt die Produkte des südlichen Indien von Goa, Mangalore, Tillichery, Calicut, Cochin dorthin; und die gleiche Rolle spielt im Osten Indiens Madras, im Süden Colombo auf Ceylon ([Fig. 229]). So ist Shanghai ([Fig. 231]) das Zentrum des chinesischen Außenhandels geworden, wie New York ([Fig. 265]) das des nordamerikanischen im Osten und San Franzisko das des nordamerikanischen im Westen, Sansibar ([Fig. 232]) das Zentrum des ostafrikanischen und Smyrna ([Fig. 235]) das des kleinasiatischen Handels.