Neuesten Datums sind: Cort. quillayae, Cort. Simarubae (erneut aufgekommen), Cort. winteranus, Cort. piscidiae erythrinae (Dogwood Bark), Cort. gossypii radicis (Cotton Root Bark), Agar-Agar (1885), Fol. Boldo, Fol. liatris, Mate, Sem. Colae (1880), Rhiz. podophylli, Syzygium Jambolanum, Cort. hamamelidis (Witch Hazel Bark) und Fol. hamamelidis, Cort. monesiae, Cort. rhois aromaticae, Cort. Yohimbéhé, Herb. grindel. robust., Herb. capillor. canad., Yerba Santa, Rad. Kawa Kawa, Rad. Manaca, Ustilago Maidis.

Noch wenig studiert ist die Abhängigkeit der Entwicklung des Arzneidrogengebrauches von Klima und Boden. Nur bezüglich der Fiebermittel wissen wir Einiges.

Eine sehr bemerkenswerte Erscheinung ist die, daß altbekannte Drogen oft lange Zeit vergessen waren, dann aber von neuem entdeckt und wieder zu Ehren gezogen wurden.

So kamen z. B. Conium, Aconit, Hyoscyamus, Stramonium, Datura und Veratrum, die lange vernachlässigt wurden, 1760 wieder durch STÖRCK zu Ehren, das schon den Ägyptern bekannte, dann lange vergessene Ricinusöl 1764 durch CAUVANE, die schon CELSUS bekannte Cort. granati 1805 durch BUCHANAN, der von den Arabern längst benutzte indische Hanf 1839 durch O’SHANGHNESSY, die schon seit Jahrhunderten bekannte Digitalis erst 1785 durch WITHERING, die Fructus quercus und das Ledum palustre erst 1774, die schon 1671 von REDI beschriebene, dann vergessene Colombowurzel 1773 durch PERCIVAL, die schon von TABERNAEMONTANUS angewandte Viola tricolor erst 1782 durch STRACK von neuem zu Ehren. Auch das schon den Alten (und auch in China) bekannte, dann von LONICERUS (1582), THALIUS (1588) und CAMERARIUS (1709) angewendete Mutterkorn wurde eigentlich erst im XIX. Jahrh. Arzneimittel, der Giftlattich und das Lactucarium waren schon den Alten bekannt, gerieten dann in Vergessenheit und wurden erst Anfang des XIX. Jahrh. wieder arzneilich benutzt. Styrax war lange vergessen und wurde erst wieder seit der Mitte des XIX. Jahrh. medizinisch beachtet. Auch die schon den Alten wohlbekannte Herbstzeitlose ist erst in neuester Zeit wieder — als Gichtmittel — zu Ehren gekommen, trotzdem der Samen schon 1820 (die Knollen 1763) empfohlen wurden.

Das den Alten auch bezüglich seiner taeniciden Wirkung wohlbekannte Filixrhizom wurde jahrhundertelang wenig beachtet und erlangte erst seit Einführung des Extr. filicis aethereum (1825) wieder Bedeutung, wie das Mutterkorn durch die Darstellung der Ergotin Bonjean (1842).

Vom Aconit, der den Alten wohlbekannt, dann lange vernachlässigt war, werden die Blätter seit 1762, die Knollen erst in unserer Zeit als Arzneimittel benutzt.

Die Cubeben, im Mittelalter als Gewürz beliebt, wurden dann vergessen und kamen erst 1818 wieder zu Ansehn, und zwar als Arzneimittel.

Das Opium, den Alten bekannt und gut von dem μηκώνειον, dem Extrakte der ganzen Mohnpflanze, unterschieden, ist während des ganzen Mittelalters vernachlässigt worden und erst in neuerer Zeit, seit SERTÜRNER in ihm (1811) das Morphin entdeckt hatte, mehr beachtet und dann bald als eines der wichtigsten Heilmittel erkannt worden. Es gehört jetzt zu den sex principes simplicium: Rhabarber, Ipecacuanha, Chinarinde, Opium, Digitalis, Secale cornutum.

Oft hat übrigens ein Wechsel in der Benutzung der Organe einer Arzneipflanze im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden. So wurde im Altertum das Öl der Samen von Hyoscyamus, nicht der Same, im Mittelalter vorwiegend die Blätter, Samen und Wurzeln von Verbascum, nicht die Blüten und von der Malve die Samen und die Wurzel, nicht die Blüten und Blätter verwendet (vgl. die CORDUS-Liste im historischen Teil).

Auch sonst ist bei den Drogen bisweilen ein Wechsel in der botanischen Herkunft zu konstatieren. So wurde ursprünglich (vom VI. Jahrh. an) der Borneo- (Dryobalanops-)Campher, später (vom XVII. Jahrh. an) der Laurineen-Campher in Europa benutzt. Das Drachenblut der Alten stammte von Dracaena cinnabari, das jetzt im Handel befindliche stammt von Daemonorops Draco. Wahrscheinlich wurde auch die Aloe der Alten von einer anderen Aloe bereitet als die heutige. Die im Altertum benutzten Cardamomen waren nicht die von uns gebrauchten von Elettaria Cardamomum, sondern die anderer Arten. Unter Styrax verstand man im phönizischen Altertum das feste Harz von Styrax officinalis, erst seit dem VI. Jahrh. den flüssigen Balsam von Liquidambar orientalis. Das Altertum verwendete als Bilsenkraut hauptsächlich Hyoscyamus albus, als Stechapfel besonders Datura Metel.