Die Cardamomen werden in zwei Arten gehandelt, aber nur wenige, die den Artikel nicht auf dem Markt verfolgen, wissen es. Sarsaparilla wird auf dem Londoner Markte in 6 oder 7 Arten geteilt, doch erwähnen die Lehrbücher nichts davon. Im besten Falle findet man drei Arten Benzoë in den Lehrbüchern, während die Marktkäufer an vier gewöhnt sind (HEAP).
2. Verpackungen.
In den Abschnitten, die von der Kultur und der Erntebereitung handeln, haben wir die Droge bis zur fertigen Herstellung am Orte der Gewinnung verfolgt. Wir kommen nun zu den Verpackungen. Diesem Teile der Pharmakognosie ist bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden. Ich betreibe das Studium der Verpackungen seit 1884, wo ich bei Beginn meiner Tätigkeit als Dozent der Pharmakognosie mir durch Vermittelung der Großdrogenhäuser (besonders GEHE & CO.) eine ziemlich vollständige Sammlung der Originalpackungen verschaffte und diese dann hier und in Indien fortdauernd vermehrte. So konnte ich bei der Eröffnung des Museums des Berner pharmazeutischen Institutes (1893) eine Gruppe vorführen, die alles Wesentliche enthielt ([Taf. XXX] u. [XXXI]). Wie neuere Mitteilungen (von WEIGEL 1905) zeigen, hat sich in letzter Zeit an den Packungen fast nichts geändert.
In der Literatur findet man wenig über Verpackungen und meist nur ganz gelegentliche Notizen darüber. Die mannigfaltigen Verpackungen der Sarsaparille, die ehedem im Handel anzutreffen waren, sind abgebildet in PEREIRA, Elements of materia medica 1855 II, p. 277–284, die eigenartigen Kisten, in denen die Cajeputölflaschen verpackt werden, in meinen Indischen Heil- und Nutzpflanzen (Taf. 75). Die älteste Drogenpackung, von der eine Abbildung auf uns gekommen ist, ist die des Silphium auf der berühmten Arkesilasschale aus dem VI. Jahrh. v. Chr. (Fig. 273), auf der das Abwiegen und Verstauen der Silphiumballen im Schiffsraum dargestellt ist.
Fig. 285.
Verpackung von Mate (Paraguaytee).
[Tschirch phot.]
Ich gebe im folgenden ein Verzeichnis der hauptsächlichen Packungen, wie dieselben sich 1907 im Großhandel fanden, bemerke jedoch, daß namentlich das Gewicht und die Dimensionen wechseln, und auch andere vorkommen. Im Verpackungstyp hat sich aber in den letzten 20 Jahren wenig geändert. In diesem Punkte ist der Großhandel ziemlich konservativ.
Als Packmaterial bedient man sich sehr verschiedener Dinge: der Rumexfrüchte beim Opium, der Lorbeerblätter beim Succus liquiritiae, der nach der Destillation aus der Destillierblase entfernten und getrockneten Melaleucablätter bei den Flaschen des Cajeputöls. Auch Reisspelzen finden hie und da Verwendung, z. B. beim Lemongrasöl.
Ich unterscheide drei Verpackungstypen: den Kistentyp, den Ballentyp und den Kanister-Flaschentyp. Nach diesen geordnet sollen im folgenden die Packungen vorgeführt werden.
Da die Dimensionen der Kisten usw. wechseln, habe ich sie, um die Form zu fixieren, nach den mir vorliegenden, in meiner Sammlung befindlichen angegeben.