Fig. 14.
Rubber-Plantage von Hevea brasiliensis (Para rubber tree) in Heneratgoda (Ceylon).
[Kew Museum.]
Die heutigen Ceylonzimt-Plantagen (Cinnamom gardens) wurden 1770 von DE KOKE gegründet und von dem Gouverneur J. W. FALCK 1785 konsolidiert. Die Kultur des Zimtes in Ceylon reicht übrigens bis in das XIV. Jahrh. zurück; sie nahm zuerst unter den Portugiesen (1505–1656), dann unter den Holländern (1656–1797), die beide die Insel besaßen, einen großen Aufschwung. Die englisch-ostindische Kompagnie monopolisierte dann den Zimt (bis 1833).
Mitte der siebziger Jahre des XIX. Jahrh. wurde die wichtigste Kautschukpflanze, die im Amazonasgebiet heimische Hevea brasiliensis, nach Indien, speziell Ceylon, gebracht. Die Anpflanzung von Kautschukpflanzen in Ceylon hat in kurzer Zeit enorm zugenommen. Während 1890 nur 300, 1900 1750 acres damit bepflanzt waren, waren 1905 schon 40000, 1907 bereits 120000 acres (1 acre = 4000 qm) mit Hevea brasiliensis bepflanzt ([Fig. 14]). Auf der malayischen Halbinsel gab es 1906 schon 6 Millionen Heveabäume.
Ein solches rasches Ansteigen nennt man in Englisch-Indien einen «rush». Es gab seinerzeit auch einen «rush into coffee» und einen «rush into tea». Solche rushes sind in Niederländisch-Indien unbekannt. Der bedächtige Holländer meidet solche Sprünge.
Die Teepflanze kam 1826 durch SIEBOLD nach Java. Schon 1827 besaß Buitenzorg eine Pflanzung von 800 Bäumchen und 1839 waren schon 8 Millionen Teesträucher auf Java. Die ersten Versuche, Tee in Vorderindien zu pflanzen, wurden schon Ende des XVIII. Jahrh. von KYD in Kalkutta gemacht, im größeren Stil aber erst 1834 bezw. 1839. 1852 brachte FORTUNE 20000 lebende Teepflanzen aus China in die Himalayagegenden. 1842 kam die Teepflanze nach Ceylon. Lebende Teepflanzen erhielt LINNÉ 1763 für den Garten in Upsala.
Die Kaffeepflanze gelangte im VI. Jahrh. nach Arabien, im IX. Jahrh. nach Persien, 1696 nach Java, aber erst im Anfang des XVIII. Jahrh. nach Amerika. Theobroma Cacao kam schon in der Mitte des XVI. Jahrh. nach Celebes, aber erst im XVIII. Jahrh. von dort nach Java. Die Holländer brachten dann die Pflanze auch nach Ceylon. Nicotiana Tabacum gelangte 1558 nach Frankreich und Italien, 1605 nach Japan. Der Ölbaum kam um 1560 nach Peru, wenig später nach Chile und Kalifornien, auch die Tamarinde wurde um diese Zeit nach Amerika gebracht; der Ingwer gelangte zu Beginn des XVI. Jahrh. oder schon Ende des XV. Jahrh. durch die Spanier (FRANCISCO MENDOCA) nach Westindien. Die Tapiokapflanze (Manihot utilissima) wurde von den Portugiesen aus Brasilien nach Indien gebracht. 1786 kam sie von Mauritius nach Ceylon, 1794 aus Südamerika nach Kalkutta und Serampur. Aloe vera (A. vulg.) ist im XVI. Jahrh. nach den Antillen (Barbados) gekommen. 1650 war sie in Barbados schon ganz heimisch.
Fig. 15.
Ein Wald von Pinus Laricio in Niederösterreich mit geharzten Stämmen.
[Mitlacher phot.]
Bemerkenswert ist die Tatsache, daß auch vielfach, und zwar natürlich erfolgreich, der Versuch gemacht worden ist, tropische Heil- und Nutzpflanzen in ihrer Heimat selbst zu kultivieren. Dies geschieht z. B. mit der Cinchona Calisaya in Bolivien, mit Castilloa in Nicaragua und Mexico, mit Vanille in Mexico, mit Ipecacuanha in Brasilien, mit den Balsambäumen in San Salvador, mit Mate in Südamerika (s. [oben]).