Fig. 293.
Cosmas und Damianus, die Schutzheiligen der Pharmazie.
Ausschnitt aus einem Gemälde Tizians in Santa Maria della Salute in Venedig.
Spezialbibliographien erscheinen besonders in Amerika häufig in den Publikationen der Lloyd Library, in Pharmaceutical Review u. and. (In letzterem z. B. über Morphin, Santonin, Apiol usw.)
Bibliothekkataloge: Katalog der Flückigerbibliothek im pharmazeut. Institut der Universität Straßburg. 1904. — (Katalog der) Bibliothek der deutsch. pharmazeut. Gesellschaft. 1903. — Catalogue of the library of the Pharmaceutical Society of Great Britain by KNAPMAN. London 1901 (enthält auch den der Hanbury-Bibliothek). — Katalog der Bibliothek des Koloniaal-Museums. Haarlem 1908. — The Lloyd Library of Botany, Pharmacy and Materia Medica. Bulletin no. 1 (1906). Cincinnati, Ohio.
Die älteste Universitätsbibliothek ist die von THOMAS BODLEY 1617 gestiftete Bodleian library in Oxford.
Die beste Bibliothek pharmakognostischer Werke findet sich in der 1570 gegründeten Bibliothek der Ecole supérieure de pharmacie in Paris (Bibliothekar: DORVEAUX). Viele ältere Werke finden sich auch in Straßburg (pharmazeut. Institut und Landesbibliothek), London (Pharmac. Society of Great Britain), in der Bibliothek der Faculté de Médecine in Paris, im Koloniaal Museum in Haarlem, in Bern (pharmazeut. Institut) und Zürich (pharmazeut. Abteil. des Polytechnikums), sowie in der Sammlung REBER in Genf.
Wirken — Leben und Kräfte wecken ist das Ziel! —
VIII. Der Unterricht in der Pharmakognosie.
Der erste Lehrer der Pharmakognosie war der Arzt FRANCESCO BUONAFEDE, der, Ende des XV. Jahrh. geboren, in Rom Medizin studiert hatte und 1533 nach Padua gekommen war. Er war der erste, der den pharmakognostischen Unterricht an einer Universität organisierte (um 1549). Er hielt nicht nur eine Lectura simplicium, eine theoretische Vorlesung, sondern auch an der Hand einer Drogensammlung und an dem frischen Material eines botanischen (besonders Arzneipflanzen-) Gartens eine Ostensio simplicium, ein Demonstrationskolleg (siehe auch Pharmacomorphologia). In Padua war dann 1550–1562 der vortreffliche Pharmakognost GABRIELE FALLOPIO Lector simplicium, dann am gleichen Orte PROSPERO ALPINO (geb. 1553, † 1617) «Ostensore dei Semplici» (ROB. DE VISIANI, Memoria dell’ origine ed anzianità dell’ orto botanico di Padova, Venezia 1839). Vornehmlich pharmakologische Vorlesungen «de simplicibus» finden wir schon früher. So las z. B. LUCA GHINI bereits 1534–1544 in Bologna de simplicibus.
In der Folgezeit scheint das Beispiel BUONAFEDES nicht überall befolgt worden zu sein. Doch finden wir im XVII. und XVIII. Jahrh. überall Ärzte, die schlecht und recht bei Gelegenheit der Besprechung der Arzneimittel auch die Drogen in den Vorlesungen behandelten, aber nicht immer mit Zuziehung von Demonstrationsmaterial in Gestalt einer Drogensammlung. Die «Vires», die «virtus» der Droge, d. h. das pharmakologische, waren die Hauptsache, die Droge selbst trat zurück. Erst N. LÉMERY (geb. 1635, † 1715) und STEPH. FRANC. GEOFFROY (geb. 1673, † 1731) können wir wieder als eigentliche Professoren der Pharmakognosie ansprechen und noch lange nach ihnen blieb die Pharmakognosie in den Händen der Ärzte und der Chemiker (NEUMANN). Erst gegen Ende des XVIII. Jahrh. nehmen Apotheker (GUIBOURT, TROMMSDORFF) den Unterricht in der Pharmakognosie in die Hand, der dann in die Hände der Botaniker überging, um bei diesen bis auf FLÜCKIGER und darüber hinaus zu bleiben (vgl. das Kapitel [Pharmakohistoria]).