Fig. 27.
Citrus-Kulturen am Gardasee.
Liefern jährlich c. 15 Millionen Citronen.
Daß die Besitzer einträglicher Kulturen den Wunsch hegen, sich ein Monopol für dieselben zu sichern, ist natürlich. Heutzutage ist dies aber kaum mehr möglich, da Samen aller Gewächse jetzt erhältlich sind. Früher ist der Versuch aber öfter gemacht worden und die 1602 gestiftete holländisch-ostindische Kompagnie hat bekanntlich durch künstliche Einschränkung der Muskatnuß- und Nelkenkultur auf wenige Inseln, Einführung einer Zwangskultur und strenge Überwachung der Kulturen durch die Hongitogten (Hongifahrten) viele Jahre sich das Monopol gesichert. Das Monopol erlosch ganz erst 1873.
Die Nelke wurde auf Amboina beschränkt und auf Ternate, Loho und Cambello ausgerottet, die Muskatnuß wurde auf Banda und Amboina beschränkt und auf Kelang und Nila (südlich von Ceram) ausgerottet.
Die holländisch-ostindische Kompagnie handhabte auch das Zimtmonopol mit großer Strenge und eine künstliche Einschränkung der Kulturen ordnete auch zur Zeit der Herrschaft der englisch-ostindischen Kompagnie der englische Gouverneur NORTH 1802 bei den Cinnamon Gardens auf Ceylon an.
Die in Rußland noch heute bisweilen an einzelne Unternehmer erteilten Handelskonzessionen für gewisse Drogen machen die Konzessionäre zu Monopolisten. So besitzt z. B. eine Kapitalistengruppe das alleinige Ausbeutungsrecht für Flor. Cinae in Turkestan.
Die Phönizier hatten lange Zeit den Handel mit Farbdrogen (Purpur, Safran, Granatblüten) monopolisiert und ebenso Kreta zur Zeit der Römer die Kultur und den Handel mit Arzneikräutern.
Die Kulturen der Mastix-Pistacie, die schon im Altertum bestanden und vom XIII.–XVII. Jahrh. von genuesischen Kaufleuten ausgebeutet wurden, waren später türkisches Staatsmonopol.
Die Krappkulturen bei Braunschweig und Speyer waren im XIV. Jahrh. durch strenge Gesetze eingeschränkt, um sie ertragreich zu erhalten.
In Java bestand ehedem (seit 1850) Zwangskultur für Kaffee, Zucker, Indigo, Pfeffer, Tee, Tabak, Zimt und Cochenille. Dieselbe war aber für die meisten schon 1865 eingegangen, für Zucker erlosch sie 1890 (GRESHOFF).