Fig. 24.
Terassiertes Reisfeld (Savah) in Mitteljava.
[Tschirch phot.]
Natürlich sind die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens, Drainage oder Wasserzufuhr von größter Wichtigkeit für das Gelingen der Kultur der Arzneipflanzen. Für jede Pflanze müssen die Bedingungen ihrer Kultur besonders ermittelt werden. Hier können die Großkulturen in den Tropen als mustergültige Vorbilder betrachtet werden, bei denen diese Bedingungen oft bis ins kleinste ermittelt wurden.
Der erste, der den Einfluß verschiedener Bodenarten auf die Entwicklung der Arzneipflanzen studierte, war der erste Direktor des botanischen Gartens in Montpellier, P. R. DE BELLEVAL (1593).
GORDON machte Kulturversuche mit Belladonna, Hyoscyamus und Carthamus auf verschiedenen Böden (Am. Journ. pharm. 1900). Den Einfluß der Kalidüngung studierten FELBER und WALTA (Die Kalidüngung in den Tropen und Subtropen, Halle 1907); die Elektrokultur LEMSTRÖM (Elektrokultur, Erhöhung der Ernteerträge aller Kulturpflanzen durch elektrische Behandlung, übers. v. O. PRINGSHEIM, Berlin 1902).
Fig. 25.
Musa paradisiaca (Pisang, Banane) in Plantagenkultur auf Java.
[Tschirch phot.]
Fig. 26.
Links: Indigofera-, rechts: Lemongras-Kultur. Im Hintergrunde ein Dorfwäldchen mit Mango, Areca Catechu, Musa u. a.
[Tschirch phot.]
Neuerdings (1905) wurde von A. POEHL mitgeteilt, daß ein Radiumgehalt des Bodens die Arzneipflanzenkultur günstig beeinflußt (?).
Besonders wichtig ist für die Kultivateure die ertragreichste und das beste Produkt liefernde Art zu finden. So hat man Coffea arabica vielfach durch die fruchtreiche, großfrüchtige und kräftigere Coffea liberica, die kleinblätterige Thea sinensis durch die großblätterige Thea assamica ersetzt und statt Theobroma Cacao wird jetzt vielfach (z. B. in Ecuador) Theobroma bicolor, die fettreichere Samen liefert, kultiviert. (Über physiologische Varietäten vgl. das Kapitel [Pharmakophysiologie].)