Tabakkultur in Portorico
unter über mehrere Hektare große Flächen straffgespannten leichten Stoffen. Dies neue Verfahren gibt Schatten, schützt gegen Insektenfraß und erzeugt eine gleichmäßig hohe Temperatur und hohe Feuchtigkeit.


GRÖSSERES BILD

Ich habe auf Grund der Erfahrungen, die ich 1888–1891 sowohl in Indien wie bei Reisen in die Gebiete der Arzneipflanzenkultur in Europa sammelte, vier Typen von Arzneipflanzenkulturen aufgestellt:

1. die Plantagen- oder Feldkultur, Kultur im Großen,
2. die Kampong- oder Gartenkultur, Kultur im Kleinen,
3. die Alleekultur,
4. die Mischkultur.

1. Die Plantagen- oder Feldkultur ist die Kultur im Großen. Bei ihr werden größere Areale mit der betreffenden Pflanze bestellt. In Plantagenkultur befinden sich auf Java und Ceylon z. B.: China ([Fig. 12], [13], [18], [21]), Kaffee ([Taf. I]), Cacao, Tee ([Taf. II]), Banane (Pisang, [Fig. 25]), Reis ([Fig. 24]) und die Kautschuk- und Guttapercha-Pflanzen ([Fig. 14]), auf Sumatra: Tabak ([Fig. 22]), auf Ceylon: der Ceylonzimt ([Fig. 30]), bei Mitcham: die Pfefferminze, in Deutschland, bei Cölleda z. B.: Angelica, Mentha, Alant, in Miltitz bei Leipzig: Rosa (s. [Taf. III]), bei Nürnberg und Schweinfurt: Althaea und andere Malvaceen, in Rußland: Anis, in Holland: Kümmel, in England: Rhabarber, in Grasse ([Fig. 11]): die Pflanzen mit ätherischem Öl, in Frankreich: die Seestrandfichte (zur Terpentingewinnung), in Österreich: Pinus Laricio ([Fig. 15]), in der Schweiz: Absinth.

In großem Stil werden in Frankreich die «Absinthkräuter», d. h. die Kräuter gebaut, die zur Herstellung des Absinthlikörs gebraucht werden. Es sind dies in erster Linie der große Absinth (Artemisia Absynth.), dann die aromagebenden Beisätze: der kleine Absinth (A. pontica), der Ysop (Hyssopus offic.) und die Melisse. Die Absinthkulturen der Schweiz gehen ihrem Ende entgegen, da der Absinthlikör jetzt verboten wird.

Lichte Haine bildet die Mannaesche in Sizilien ([Fig. 17]) und die Cocospalme in Südasien ([Fig. 19]), Wälder die Cinchonen ([Fig. 18]), große Waldbestände die Seestrandfichte in dem Departement des Landes in Frankreich.

Fig. 40.
Teefelder in Südchina.
[Aus Illustr. Welt.]