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GRÖSSERES BILD
Ganz eigenartig ist die Kultur des Reis auf den Sawahs ([Fig. 24]). Hier wird in terrassierten, gestreckt viereckigen, durch niedrige Wälle rings umschlossenen Abteilungen, die periodisch unter Wasser gesetzt werden, die junge Reispflanze in den Schlammboden gesetzt und bis zur Reife im Wasser erhalten. Erst dann wird das Wasser abgelassen.
Höchst eigenartig sind auch die großen Citruskulturen am Gardasee ([Fig. 27] u. [28]), wo besonders die Citrone im großen Stil kultiviert wird. Es sind terrassenartig übereinanderliegende «Orangerien», die so eingerichtet sind, daß sie oben und an der Vorderseite nötigenfalls gedeckt, resp. verschlossen werden können. Mit ihren weißen Pfeilern bieten sie ein sehr eigenartiges Bild.
Ganz anders sind die großen Citruskulturen in Kalifornien angelegt ([Fig. 31]), wo das außerordentlich günstige Klima offene ungeschützte Anpflanzungen erlaubt. Hier wird der Boden entweder terrassiert oder man wählt sanft abgedachte Hänge, in beiden Fällen um eine möglichst ausgiebige Bewässerung zu ermöglichen, die bei dem ziemlich trockenen und heißen Klima unbedingt erforderlich ist.
In Plantagenkultur findet sich auch der Mohn in Kleinasien, Persien, Indien und China.
2. Die Kampong- oder Gartenkultur ist die Kultur im Kleinen. Kampong ist der malaiische Name für das Dorfwäldchen. In Indien wird Cocos, etwas Kaffee, vielfach auch Myristica und Vanille sowie Betel in Dorfwäldchen kultiviert ([Taf. IV], [Fig. 22] u. [32]), in China steht der Tee bei den Bauern vielfach in Kleinkultur, in Abyssinien Kusso.
Fig. 41.
Canarium commune in Alleekultur. Die berühmte «Kanarie Laan» des ’s lands plantentuin in Buitenzorg (Java).
[Tschirch phot.]
In Deutschland ist Jenalöbnitz ([Fig. 33]) der Typus für die Kultur im Kleinen. Hier werden die Arzneipflanzen in kleinen Parzellen gebaut. Dann sind hier auch die Bauerngärten, die ihren Überschuß an die Apotheken abgeben, und die allerdings immer seltener werdenden Apothekengärten zu nennen, in denen Königskerze und Malven, Calendula und Kamille, Estragon, Absinth und Melisse blühen, und von der Frau Apothekerin geerntet werden. Besonders die Bauerngärten liefern, wie mich Erkundigungen in etwa 100 Drogerien und Apotheken lehrten, mehr als man glauben sollte. In den deutschen und schweizerischen Bauerngärten werden jetzt noch folgende Arzneipflanzen regelmäßig kultiviert: Calendula, Chamomilla, Paeonia, Monarda, Rosa, Tanacetum, Verbascum, Malva arborea, Althaea, Absinthium, Majorana, Petroselinum, Cerefolium, Levisticum, Armoracia, Carum Carvi, Melisse, Salvia, Rosmarin, Thymus, Mentha crispa, Anethum, Sambucus. Viele davon stehen schon in CARLS Capitulare. Die Bauern bringen ihre kleine Ernte dem Apotheker.
3. Die Alleekultur, die bei unseren Obstbäumen so viel benutzt wird, fand ich in Indien bei Dammara ([Fig. 35]) und in beschränktem Maße — jetzt verlassen — auch bei Cinchona ([Taf. VI]) und Vanilla. In Alleekultur findet man auch in Südfrankreich die Korkeiche ([Taf. V]), in Indien die Tamarinde ([Fig. 34]). Die Lindenalleen liefern den großen Bedarf an Lindenblüten. Als Heckenpflanze wurde in Java Ananas und Bixa orellana gepflanzt.