Fig. 42.
Piper Cubeba an dem Stützbaum kletternd (Java).
[Tschirch phot.]
4. Mischkultur. Sie hat viel Ähnlichkeit mit der Kampongkultur im «Dorfwäldchen». Während aber bei dieser alle möglichen Pflanzen durcheinander gepflanzt werden, besteht die Mischkultur meist nur aus zwei Arten, die durcheinander gepflanzt werden. In Mischkultur befindet sich z. B. Cacao und Kaffee auf Ceylon und in Südamerika, Uncaria Gambier und Pfeffer auf dem Rioux-Lingga-Archipel (besonders Rioux und Bintang), Süßholz und Weizen in Calabrien, Süßholz und Erbsen bezw. Mais in Teramo usw.
Die Holländer nennen die Chinapflanzung Kina tuin (d. h. Chinagarten), die Muskatnußpflanzung Noten tuin (d. h. Nußgarten). Die großen Muskatplantagen auf den Bandainseln werden Perk (d. h. Park) genannt, die sie besorgenden Männer Perkeniere. Die Engländer sprechen von China plantation, Tea plantation, Coffee estate. Die Vanillepflanzungen heißen bei den Spaniern Vainillales, bei den Franzosen Vanilleries. Ein Garten von Balsambäumen in San Salvador wird Balsamal genannt ([Fig. 23]). Die Matewälder in Südamerika heißen Yerbales, die Cacaogärten Huertas.
In Cölleda a. d. Unstrut nennt man die Arzneipflanzen-Kultivateure Botaníker (mit dem Ton auf dem i) und die Arzneipflanzenkultur Botanisie.
Nicht alle tropischen Pflanzen können in freier Sonne kultiviert werden. Einige verlangen Schattenpflanzen, d. h. Schatten spendende. Die erste Pflanze, welche als Schattenpflanze angewendet wurde, war Erythrina Corallodendron, die «madre del Cacao» oder «Arbol madre» in den Cacaopflanzungen Südamerikas. In Java wird beim Kaffee und den Guttaperchapflanzen jetzt meist die rasch wachsende Albizzia moluccana ([Fig. 36] u. [38]) oder — seltener — Hypophorus subumbrans, Cassia florida oder Sponia velutina, in Südamerika beim Kaffee wohl auch Castilloa benutzt. In Ceylon wird der Kaffee ohne Schattenpflanze kultiviert ([Taf. I]), wie auch der Tee ([Taf. II]), ebenso der Tabak in Sumatra ([Fig. 22]).
Schattendächer verwendet man auch bei den Nurseries der Cinchonen in Java, des Kaffee, der Hevea u. a. ([Fig. 21], [53]–[55], [57], [58]). In den sumatranischen Tabakspflanzungen werden die jungen Pflänzchen durch breite «Schattenhölzchen», die man neben die Pflanze in den Boden steckt und später entfernt, gegen die Strahlen der Sonne geschützt ([Fig. 59]). Bei den jungen Sämlingen der Korkeiche dient in Portugal der Wein als Schattenpflanze.
In Indien werden junge Cacaopflanzen mit Musa (besonders M. textilis) beschattet, ältere mit Albizzia moluccana oder Erythrina lithosperma (Dadap). In Ceylon sah ich Erythrinaarten dem Zwecke dienen (E. indica und lithosperma), sowie Artocarpus integrifolia (Djaktree). Auch in Venezuela werden Erythrinen dazu benutzt (E. Corallodendron, velutica, umbrosa), für junge Anlagen an Stelle der Bananen auch Yuccas.
Fig. 43.
Pfefferplantage in Java. Stützbaum: Eriodendron anfractuos. (Kapok).
[Tschirch phot.]