Fig. 44.
Vanilleplantage von Combani (Mayotte) auf Réunion. Stützbäume.
[Lecomte phot. durch Roure-Bertrand.]

Fig. 45.
Vanilla planifolia in Spalierkultur in Java, links im Laub ein Fruchtbündel.
[Tschirch phot.]

In Venezuela wird der Kaffee stets mit Schattenbäumen gepflanzt — der Schattenbaum heißt «Koffiemama» — und zwar werden in der Tierra caliente und templada Erythrina glauca und micropteryx (Bucares), Pithecolobium Saman und Ingaarten (Guamos), in der Tierra fria mehrere Ingaarten (Inga longituba, Hartii, marginata, edulis usw.) dazu benutzt. Beim Cacao werden in Trinidat Erythrinaarten (E. amasisa, micropteryx, glauca) oder Pithecolobium Saman, in Surinam Erythrina glauca oder umbrosa — «Kakaomama» — als Schattenbäume gepflanzt. Hura crepitans und Artocarpus incisa haben sich nicht bewährt. In Grenada pflanzt man Cacao ohne Schattenbaum. In Guatemala dienen als Schattenpflanzen entweder stehengebliebene Urwaldbäume (besonders Leguminosen, [Fig. 37]) oder gepflanzte Ingaarten, Gliricidia sepium — hier die «Madre del Cacao» —, Trema micrantha und Erythrinaarten (z. B. E. amasisa). In San Andres-Osuna dient Cinchona Succirubra, in San Isidro Castilla elastica, bei Guatemala sogar eine Cypresse als Schattenbaum des Kaffee (PREUSS). Manihot wird auf Sansibar als Schattenbaum der Vanille gepflanzt. In Portorico werden neuerdings die Tabakfelder auf weite Strecken mit leichten Stoffen überspannt ([Taf. VII]).

Auch das Zurückschneiden (topping, pruning) ist eine bei vielen in Plantagenkultur befindlichen Arzneipflanzen wichtige Operation. So werden die Tee- und Ceylonzimtbäumchen stets so stark zurückgeschnitten, daß sie Strauchform annehmen ([Fig. 29], [30], [40] u. [Taf. II]). Bei dem Cacaobaum kappt man den Gipfeltrieb und läßt, um den Baum breiter und niedriger zu halten, nur zwei oder drei gleichwertige Basaltriebe sich entwickeln, so daß man in der Plantage meist zwei- oder dreigabelige Stämmchen findet.

Eine besondere Rolle spielen die dem Rande der Plantage entlang gepflanzten Windbrecher (windbrekers), die dem Windschutz dienen. Bei Cacaopflanzungen fand ich in Java oft Bixa Orellana als Windbrecher gepflanzt ([Fig. 56]), bei Kaffeepflanzungen auch Morus indica und Hibiscus elatus.

In Südamerika wird Cedrela odorata zu gleichem Zwecke benutzt.

Fig. 46.
Dioscorea alata an dem Stützbaum kletternd (Java).
[Tschirch phot.]