Eine besondere Gruppe bilden die Pflanzen, die nur mit einer Stütze wachsen können, also zur Klasse der Klimmpflanzen (climbing plants) gehören. Sie werden entweder an Spalieren gezogen ([Fig. 45]) oder an in einiger Entfernung voneinander gepflanzten Stützbäumen ([Fig. 42][44]) oder an beiden, d. h. an zwischen Stützbäumen angebrachten Spalieren. Alle drei Methoden werden bei der Vanille benutzt. Nur an Stützbäumen werden der Pfeffer ([Fig. 43]) und die Cubebe ([Fig. 42]) gezogen.

Als Stützbäume des Pfeffers sind folgende Arten benutzt worden: Erythrina indica (Dadap), Eriodendron anfractuosum (Kapok), Areca Catechu (Pinang), Artocarpus integrifol., Hyperanthera Moringa, Morinda citrifolia, Mangifera indica. Sie dienen gleichzeitig als Schattenbäume. An Bäumen gerankt wird die Vanille auf den Seychellen, was sich dort mehr bewährt als die Spalierkultur.

Der eigentlichen Kultur im engeren Sinne steht die forstwirtschaftliche Pflege gegenüber, die darin beruht, daß man vorhandene Bestände möglichst schonend ausbeutet und eventuell wieder aufforstet, wo Lücken eintreten. In solcher forstwirtschaftlicher Pflege steht bei uns z. B. die Eiche, in China der Zimtbaum und neuerdings, seit die japanische Forstverwaltung eingegriffen hat, in Formosa der Campherbaum, ferner in Amerika und in Frankreich (Departement des Landes) die Harz liefernden Coniferen. In forstlicher Pflege befinden sich auch die Korkeichenwälder in Algerien, Tunis und Marokko.

Übrigens hatte schon MUTIS und dann auch die Jesuiten vorgeschlagen, die Cinchonen in Bolivien und Peru in forstliche Pflege zu nehmen, um der drohenden Ausrottung zu begegnen.

Bei den «Yerbales», den Matebaumwäldern in Südamerika kann von «forstlicher Pflege» wohl kaum die Rede sein, ebensowenig bei den Quebrachowäldern Argentiniens.

Bisweilen werden die Ernteprodukte sogleich am Orte der Kultur weiter verarbeitet. So destilliert man z. B. in Cölleda das Pfefferminzöl, in den Rosendistrikten Bulgariens und in den Öldistrikten Südfrankreichs wandert man mit den Destillierblasen durch die Kulturen und destilliert die ätherischen Öle an Ort und Stelle und mitten in den Rosenfeldern von Miltitz haben SCHIMMEL & CO. ihre Fabrik errichtet ([Taf. III]).

Bei der Anpflanzung spielt die richtige Pflanzweite eine große Rolle. Sie wird durch Versuche festgestellt. Die Teepflanzen z. B. werden in Java 2–4 Fuß voneinander gesetzt in 3–4 Fuß voneinander entfernten Reihen, die Cacaopflanzen 10–20 (meist 15) Fuß voneinander, die Cinchonen sehr verschieden, jetzt meist 4 Fuß voneinander.

Fig. 47.
Vanilla planifolia an einem Stützbaum kultiviert (Ceylon).
[Tschirch phot.]

Tafel VIII