Fig. 96.
Baumwollernte in Amerika (New Orleans).
[Mugnier phot.]

In Deutschland werden wildwachsende Arzneidrogen besonders im Thüringer Wald, in Franken, im Fichtelgebirge, dem Harz, Erzgebirge und im Elsaß gesammelt. In Thüringen und Franken wird dieser Erwerbszweig seit Jahrhunderten betrieben. Die dort gesammelten Arzneidrogen fließen einerseits in Leipzig, Halle und Dresden, andererseits in Nürnberg zusammen.

Die Harzer Arzneipflanzen gehen nach Goslar, Ermsleben, Gernrode, Pansfelde, die württembergischen nach Ebingen (bei Sigmaringen) am Fuße der Rauhen Alp. In Ebingen, einem alten Zentrum für heimische Arzneidrogen, fließen auch die Sammelerträge der benachbarten Bezirke (Schwarzwald, Hegau, bayrischer Allgäu, sogar Tirol) zusammen. Das «Wurzelstechen» füllt die Pause zwischen der Getreideernte und dem Winter aus. Der Ebinger Händler versendet im Frühjahr seine Desideratenlisten an die ihm bekannten Sammler oder die Ortsbehörden, verschickt auch wohl Abbildungen der schwieriger zu erkennenden Pflanzen oder läßt die Gegenden bereisen und die Einsammlung überwachen. Die Hauptsammelzeit ist Juni bis August. Nach Ebingen liefern etwa 3000 Familien Arzneipflanzen. Der Monatsverdienst einer Sammlerfamilie beträgt nur etwa 40 Mark.

Fig. 97.
Toting cotton (Baumwollernte) New Orleans.
[Mugnier phot.]

Tafel X

Pfeffer-Ernte in Indien (Rioux-Lingga).
Von den möglichst niedrig gehaltenen, um die Stütze sich entwickelnden Büschen werden die Früchte unter Benutzung kurzer Stehleitern in Körbchen geerntet.
[Nach Tschirch, Indische Heil- u. Nutzpflanzen.]


GRÖSSERES BILD

Der Gesamtwert aller der Hunderte in Deutschland von heimischen wildwachsenden Pflanzen gesammelten Arzneidrogen wird auf etwa 2–3 Millionen Mark geschätzt (W. BREITFELD, Der deutsche Drogenhandel, Leipzig 1906).