Mit der vaterländischen litteratur zeigt sich der dichter manchfach vertraut. Die deutsche heldensage kennt er und läßt ihre figuren in abenteuerlich phantastischer weise in seiner erzählung hervortreten. So begegnen wir Dietrich von Bern [36d]. [48d]. [49b]. [51b]. [53c]. [54], dem meister Hildebrant [48d]. [53b]. [54a] [c], Sigenot [48b], Egge [48b]. [54], Wolfdietrich [48d]. [54b], Laurin [49b]. [51]. [52a] [b] [d]. [53d], Dietleib [48d]. [54a] [b], Eckart [55b] [c]. Von artusischen rittern wird [48c] Lanzelot und Tristan, aus der antiken sage Troja und Alexander [45b], aus dem kreiße der thiersage und der fabel der fuchs Reinhart [32c], die ameiße [31b], die mäuse und der löwe [43d] erwähnt. Auch Freidank ist dem dichter bekannt [45b].
Das gedicht ist eine erzählung, in welche aber absichtlich und nicht ohne geschick der lehrhafte stoff eingereiht ist. Einmal, in dem briefe des mädchens an Bertschi, tritt auch die in jener zeit so beliebte figur der allegorie, nicht ohne einen anflug von ironie, auf. Häufig sind kernhafte sentenzen eingestreut, welche manchmal ([31c]) an die form der priamel streifen und welche in der handschrift am rande meist durch ein notabene ausgezeichnet sind.
Die metrische form des gedichtes sind die gewöhnlichen kurzen verspaare der mittelhochdeutschen kunstepik, oft durch ziemlich unvollkommene reime gebunden. Mitunter kommen lyrische metren, einige male selbst prosa in liturgischen stellen.
Die sprache hat bayerische eigenthümlichkeiten. Dahin gehört z. b. die pronominalform es statt mhd. ir. [1c]. [3d]. [5b]. [19c]. [20b]. [22b]. [23b] [c] [d]. [24c]. [31b]. [32d]. [33a] [b]. [35c]. [36b]. [40d] und oft. Schmellers mundarten s. 187; die dualform enk [8b]. Schmell. 187; die silben der- statt er- in dergangen [8b], dersach [8d], derhaben [9], dertrinken [9c], derlechen [9d], derwachen [9d]. w = mhd. b zumal im anlaut z. b. wehalten [21d], wesitzent [21d], weleiben [22b], wehag [22d], wereit [25a]. Schmell. 83. Spil von einem keiser und eim apt s. [9]. Des von Wirtemberc pueh s. [10]. Siben meister, Erlanger hs. 79. Zu beachten ist die ein paar mal (z. b. [7c]. [13c] [d]. [22d]. [48]) vorkommende instrumentalform we. Schmell. 211. Anlehnungen sind häufig und sehr gewagt, namentlich des artikels und der pronomina: manr = man ir [44b] u. s. f. Die construction des accusativs mit dem infinitiv ist nicht selten, z. b. [25a] wiz sei sein geleich. [41c]. Das wörterbuch wird manche bereicherung aus dem gedichte schöpfen. Auch hier kommen wieder bayerische eigenheiten. So gazlen [8d]. [56d] und sonst. Schmeller 2, 72. gissübel [57b]. Schmeller 2, 75. Schmids schwäb. wörterb. 232. Eritag [45c]. Grimms mythol. b 113. In einem unzweifelhaft aus Nürnberg stammenden Wolfenbütteler manuscript mit fastnachtspielen steht bl. 202b: Finis am Erichtag vor vitj 1486 jar. serten Schmell. 3, 283. [2b]. [5d]. [9d]. [15c]. [18, 39]. [18d]. [22]. [23a] [b] [c]. [24d]. [36a] [d]. [37a] [d]. [38b]. [39d]. [40d]. [46a]. [50c] [d]. [53b]. [55c]. [57b]. Altswert 54, 24 verbeßert J. Grimm versorteniu.
Die handschrift, welche außer unserem gedichte nichts enthält, ist ein in zwei holzdeckel gebundener folioband, auf pergament von einer nicht übeln hand des fünfzehnten jahrhunderts geschrieben, es sind 57 blätter, 2 spalten auf der seite. Die anfangsbuchstaben der zeilen sind durch eine die ganze seite herab reichende verticale linie durchschnitten, welche bald roth, bald grün ist, je nach dem eingangs des gedichtes angedeuteten wechsel des inhaltes. Übrigens trifft der farbenwechsel mit dem des inhaltes häufig nicht überein, so daß es scheint, es sei diese bemalung einem ungeschickten schreiber überlaßen geblieben. Im abdrucke ist der anfang farbloser stellen mit *, der rother mit **, der grüner mit *** bezeichnet worden.
Die handschrift gehörte früher einem Jakob Markwart von Blauburg, der seinen namen mit etwa ins sechszehnte jahrhundert gehörigen schriftzügen auf das erste blatt eingeschrieben hat, nunmehr aber der herzoglichen bibliothek in Meiningen.
Ich füge einige bemerkungen über einzelne stellen bei: die von herrn doctor Holland mitgetheilten bezeichne ich mit H.
[1] Die überschrift ist von späterer hand. Darauf folgen die worte Est Iacobi Marqvardi à Blauburg.
[1c] Der text beginnt mit einer gemalten initiale, worin das brustbild eines klerikers in gelbgrünem rocke und barett dargestellt ist, welcher in der linken einen ring hält und mit der rechten darauf deutet. Unter diesem buchstaben ist ein wappenschild, worin sich der oberleib eines stehenden schwarzen bockes befindet, vielleicht das wappen des besitzers.