Ein Brief von Friedrich Schlegel.

Eine gewisse Verlegenheit herrschte doch zwischen uns Beiden, die ganz natürlich war. Er hatte mir vor fünf Jahren einen Brief geschrieben, auf den ich ihm nicht geantwortet hatte. Der Brief lautet folgendermaßen:

Wien, den 17. Januar 1812.

„Erlauben Sie einem alten Bekannten und Freunde, sich bei Ihnen in Erinnerung zu bringen und vor Ihnen zugleich mit einer Bitte und Einladung wieder zu erscheinen. Ihre Mitwirkung zu dem „Deutschen Museum,“ wovon ich die Ankündigung beilege, würde mir um so willkommner sein, da mein Hauptzweck bei dieser Zeitschrift auch die allgemeinere Verbreitung und Würdigung nicht bloß der altdeutschen, sondern auch der altnordischen Dichtkunst, Saga und Götterlehre ist. Alles, was Sie uns irgend dafür, sei es Poesie oder Prosa, geben wollten, würde sehr willkommen sein. — Ich habe in der letzten Zeit Dänisch gelernt, und Sie dienen mir jetzt in Ihrer nordischen Dichtung als Wegweiser zur Edda. In Ihrem deutschen Axel und Valborg fand ich viel Schönes. Das Stück wird, glaube ich, nächstens hier gegeben werden. Aber doch scheint mir's, als behandelten Sie uns Deutsche etwas stiefbrüderlich, und behielten das Auserlesenste Ihrer Dichtungen zurück, um es in dänischer Muttersprache niederzulegen.

Ich hoffe mich bald einer Antwort von Ihnen zu erfreuen, und bin Ihr Freund,

Friedrich Schlegel,
K. K. Hofsecretair.“

Ich wußte nicht, was ich auf diesen Brief antworten sollte. Schlegel lobte zwar in einem vornehmen Tone Axel und Valborg, warf mit aber vor, daß ich Deutschland stiefbrüderlich behandelt, und ihm nicht das Beste meiner Arbeiten mitgetheilt hätte. Indessen hatte ich doch bereits Aladdin, Hakon Jarl, Palnatoke und Correggio ins Deutsche übertragen und ich wußte, wie gesagt, nicht, was ich ihm antworten sollte und schwieg deshalb still.


Ankunft in Metz.

Nun sind wir also in Metz auf französischem Grund und Boden, haben gebohnte Zimmer, Kaminfeuer und bessere Mahlzeiten, als in den deutschen Flecken. Besonders lieb ist mir das Kaminfeuer; es breitet eine angenehme Wärme aus, die nicht zu stark ist, und es macht auch einen angenehmen Eindruck, das Feuer zu sehen.