Dann rief es ihn zu Wanderlauf,
Nach aller Deutschen Weise,
Gen Westen wie gen Süden auf,
Zur langersehnten Reise.
Gewandert viel, mit Forscherblick,
Beschloss er, Mehr zu wagen;
Bis Glückesruf und Missgeschick
Nach Norden ihn getragen.
Da hielt Livona's Blumenkranz
Den Jüngling bald gefangen;
Es war ein Stern von Wunderglanz
Am Himmel aufgegangen!
Der holde Stern gefiel sich dort,
Und wollte nimmer scheiden;
Und Zauber trug den Jüngling fort,
Es war — der Stern von Treiden!
Wie Pilger nach dem Gnadenbild',
Zu flehen dort um Segen:
So pilgert Heil, im Thalgefild',
Dem nahen Schloss entgegen.
Der Stern, im Rosa-Farbenspiel,
War sein Geleit' geblieben;
Die Burg umfing sein Wonneziel!
Er kam — und sah — zu lieben!
Das Götterbild der Phantasei,
Es prangt in vollem Leben!
Der Schatten soll, in Rosa Mai,
Zu Wahrheit sich erheben.
Er schien mit ihrem Blick vertraut,
Mit jedem Zug der Mienen;
Es war ihm ja die Todesbraut
In Träumen oft erschienen.