Bergend in der Brust die Wunde,
Ruhig scheinend, ohne Ruh',
Sprach sie; — und der bösen Kunde
Hören bang die Lieben zu.

Inn're Warnerstimmen sprechen,
Zweifel stürmt die alte Brust:
Rosa weiss den Sturm zu brechen,
Sich nur frommer That bewusst.

Weich, wie Flötenklänge wehen,
Zärtlich, wie das Auge sprach,
Sendet sie der Blicke Flehen
Noch einmal die Worte nach:

»Möge Vaterhuld gestatten,
Was die Mutter nie versagt!
Jener Gang im Abendschatten,
Sei zu Mittag heut' gewagt!« —


Und die Lieben? — Sie gewähren
Ihr, zu Tages heller Zeit,
Neu, den alten Gang in Ehren,
Und die Schwester zum Geleit'.


Dann enteilt sie; wählt zum Kleide,
Aus dem hellgebohnten Schrein,
Ihren Festtagschmuck von Seide,
Perlen auch und Edelstein.

Alles muss den Reiz erheben,
Was die schöne Welt entzückt;
Was da ziert der Liebe Leben,
Und — die Braut im Sarge schmückt.

Dann der Liebe zu genügen,
Wählt sie noch ein Busentuch,
Dessen Rand, in gold'nen Zügen,
Darbot diesen Römerspruch: