»Lass' des Muthes Fahne wehen.
Wenn den Stab dein Schicksal bricht!
Lass' dein Leben untergehen,
Aber deine Ehre nicht!«
»Ja,« so sprach sie, »diese Gabe,
Seiner Liebe Brautgeschenk:
Soll mich finden bis zum Grabe,
Treu, des Treuen eingedenk!« —
Rosenroth, wie Rosen's Wangen,
Malet sich des Tuches Grund;
Zarte, gold'ne Sterne prangen,
Mitten d'rauf, im Zirkelrund.
Also, wie zum Hochzeittage,
Schmuckreich, glänzend angethan:
Eilt sie, mit dem Glockenschlage;
Und die Schwester geht voran.
Leutha hüpft im Jubelreigen,
Durch den Hain, ihr Königreich;
Rosa folgt, in düst'rem Schweigen,
Ihrem Todesengel gleich!
Oft noch, wie von Ahnung bange,
Wendet sie den feuchten Blick,
Auf des Lebens letztem Gange,
Nach dem Vaterhaus zurück!
Und mit Augen, deren Milde
Nur von Glück und Segen sprach:
Schauen ihrem Engelbilde,
Lange noch, die Lieben nach.