Sinnend geht sie weit und weiter,
Näher doch dem frühen Grab'!
Engel, auf der Himmelsleiter,
Steigen ihrem Traum' herab.

Doch, die guten Engel weinen!
Schmerz umflort ihr Angesicht!
Und — die Zeichen, die erscheinen,
Melden Glück der Liebe nicht.


Raben, Krähen, Dohlen kreisen,
Wie zu wehren diesem Gang';
Und es tönt, in Schauerweisen,
Um sie her wie Grabgesang!


Durch des Thales grüne Matten,
Sucht und wählt sie neue Bahn;
Sieh, da starrt ein bleicher Schatten
Sie mit Todes-Augen an!

Horch! und Geisterworte schallen,
Wie aus Gräbern, hohl und tief:
»Weh', der Würfel ist gefallen!
Todesbraut — dein Schicksal rief!«


Doch, von Schrecken ungeblendet,
Muthbewehrt am Schauerort,
Ruft, dem Schatten zugewendet,
Rosa Mai — des Bannes Wort:

»Bist du Gottes: lass' mich wandern!
Hab' in deinem Grabe Ruh'!
Aber dienest du dem Andern,
Weiche — deiner Hölle zu!«