Und sie sah das Bild entschwinden,
Wesenlos, in blauer Luft;
Doch, von seiner Heimath künden
Schwefeldampf und Moderduft.
Rosa weilt nun, an den Stufen,
Deren Weg zur Grotte führt;
Aber — and're Stimmen rufen,
Deren »Ach« die Felsen rührt:
»Nah' ist, Jungfrau, dein Verderben!
Nah' der Rose Blüthenfall!« —
Doch die Geistertöne sterben,
Ohne Frucht, im Widerhall.
Muth und Kraft der Liebe siegen;
Das Phantom der Schrecken weicht;
Und sie hat den Fels erstiegen,
Und der Grotte Ziel erreicht.
Ringsum, nach dem Stern des Lebens,
Wendet sie den Blick umher:
Doch ihr Auge sucht vergebens!
Rosa fand — die Grotte leer.
Bleich und kalt, in Weh' begraben.
Schaut sie nach dem Thalgefild;
Einsam, schweigend und erhaben,
Wie am Grab' ein Marmorbild!
So ermass, am Felsenhügel,
Ariadne den Betrug:
Der ihr Glück, mit Windesflügel,
Flüchtig, in die Ferne trug. —